Neuer Bericht

Zukunftskommission definiert 8 Handlungsfelder

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Eine Kommission der Leibniz-Gemeinschaft hat ihre Forderungen für die zukünftige Gestaltung der Informationsstrukturen in Deutschland aufgeschrieben.
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Die „Kommission Zukunft der Informationsinfrastruktur“ hat unter Federführung der Leibniz-Gemeinschaft ein Gesamtkonzept für die Informationsinfrastruktur in Deutschland erarbeitet. Es liegt jetzt dem Auftraggeber, der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder, vor. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 selbständige Forschungseinrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen.

Der Wandel in der Informations- und Kommunikationstechnologie führe zu grundlegend neuen Anforderungen der Nutzer an die wissenschaftliche Informationsinfrastruktur, schreiben die Kommissionsmitglieder, 135 Personen aus 54 Institutionen, in ihrem Bericht. Die Wissenschaftler-Kommission versteht unter Informationsstruktur ein „nationales, disziplinübergreifendes Netz von Einrichtungen“. Diese sollten Wissenschaft und Forschung mit Informationen und Dienstleistungen versorgen.

Die Vorschläge der Kommission beziehen sich auf acht Handlungsfelder. Alle diese Felder hingen miteinander zusammen. Fünf der acht Themen wurden parallel und in Kooperation zwischen der Kommission und der „Schwerpunktinitiative Digitale Information“ der "Allianz der Wissenschaftsorganisationen" behandelt:

1. Lizenzierung
2. Hosting/Langzeitarchivierung
3. Nichttextuelle Materialien
4. Retrodigitalisierung/Kulturelles Erbe
5. Virtuelle Forschungsumgebungen
6. Open Access
7. Forschungsdaten
8. Informationskompetenz/Ausbildung

Heute und in Zukunft gehe es um "komplexe, integrierte Dienstleistungen zur Unterstützung des Wissenschaftlers auf allen Stufen des Forschungsprozesses, bis hin zur Integration der Forschungsergebnisse in die Lehre", schreiben die Wissenschaftler.

"Es war ein zentrales Anliegen der Kommission, angesichts des drängenden Handlungsbedarfs konkrete Vorschläge und ohne Zeitverzug umsetzbare Empfehlungen zu erarbeiten“, so Sabine Brünger-Weilandt, Vorsitzende der Kommission und Geschäftsführerin des FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur.

Die Vorschläge der Kommission sollen den Weg in die Zukunft der Informationsinfrastruktur weisen, hofft der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft Karl Ulrich Mayer. Das vorliegende Konzept zeige das Potenzial für den Wissenschaftsstandort Deutschland, das in der strategischen Weiterentwicklung der Informationsinfrastruktur stecke.

Willi Bredemeier, Chefredakteur der Fachzeitschrift "Password", hingegen kritisierte die Studie: "Der Verdacht, es sei in der Kommissionsarbeit weniger um eine inhaltliche Erneuerung der Informationsinfrastruktur, vielmehr um eine Absicherung institutioneller Interessen gegangen, wird durch den Kommissionsbericht bestätigt", schreibt er. Und weiter: "Die eigentliche Studie, im Folgenden gelegentlich Hauptteil genannt, ist beinahe aussagenfrei, sieht man von prozeduralen Erörterungen und konkreten politischen Forderungen ab. Die Forderungen bleiben im Hauptteil unbegründet."

Weitere Informationen sowie das Gesamtkonzept zum Download finden sich auf den Seiten der Leibniz-Gemeinschaft unter dem Menüpunkt Informationsinfrastruktur.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation CIO.

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