IT-Benchmark der TU München

Zwo Komma Drei

19. November 2009
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Die Zahl gilt als schnellster Vergleichswert unter CIOs. Dabei wissen alle IT-Entscheider, dass es viel aussagekräftigere Zahlen gibt als IT-Kosten in Prozent vom Umsatz. Ein neuer Benchmark zeigt ganzheitlichere Indikatoren.
Burkhard Schütte, CIO bei PricewaterhouseCoopers: "Eine reine Kostenkennzahl ohne entsprechenden Bezugsrahmen macht für mich überhaupt keinen Sinn."
Burkhard Schütte, CIO bei PricewaterhouseCoopers: "Eine reine Kostenkennzahl ohne entsprechenden Bezugsrahmen macht für mich überhaupt keinen Sinn."

Zwo Komma Drei. Klingt wie ein ganz passabler Abi-Schnitt oder Frau von der Leyens Messlatte für die deutsche Geburtenrate. Ist aber nur eine oberflächliche Zahl, an der CIOs gerne gemessen werden: 2,3 Prozent betragen durchschnittlich die IT-Kosten am Umsatz. Das hat die International IT Benchmark Association (IITBA) anhand ihrer bisherigen Datenbasis ausgerechnet. Wer wissen will, wie sein Unternehmen dabei abschneidet, kann sich jetzt für die nächste Runde des Benchmarks anmelden.

Die IITBA ist zu Beginn dieses Jahres von den Professoren Helmut Krcmar (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität München) und Gerold Riempp (Institute of Research on Information Systems an der European Business School, EBS) gegründet worden und führt die vorangegangene Arbeit des CIO-Panels (Horváth & Partners und EBS) wie die der TU München fort. Nach eigenen Worten versteht sich die IITBA als Durchführer von "IT-orientierten Vergleichsstudien zum Nutzen der teilnehmenden Organisationen". Ziel ist es, mittels standardisierter Benchmark-Fragebögen die IT der Teilnehmer in einem ganzheitlichen Ansatz mit sieben Teilbereichen zu analysieren. Die Mitarbeiter der IITBA bringen bereits Erfahrungen sowie eine Datenbank mit Kennzahlen aus früheren Vergleichsstudien mit.

Dabei geht es nicht darum, schlicht Kennzahlen zu sammeln. "Wir sehen diese Daten in einem Bezugsrahmen", erklärt Professor Riempp. "Die Frage ist: Zu welcher Kenngröße werden die jeweiligen Zahlen in Bezug gesetzt?"

Tücken des arithmetischen Mittels

Für das eingangs erwähnte Beispiel von den IT-Kosten liest sich das wie folgt: Die teilnehmenden Unternehmen verbuchen zwischen 0,8 Prozent und 5,6 Prozent IT-Kosten am Umsatz. Das arithmetische Mittel liegt bei 2,3 Prozent. Werden die Kosten auf die betreuten Mitarbeiter umgerechnet, erstreckt sich die Bandbreite von 2941 Euro bis 25.818 Euro pro Jahr. Der Mittelwert beträgt 9368 Euro. Deswegen müssen aber weder die Alarmglocken schrillen, wenn ein CIO die Mittelwerte überschreitet, noch die Korken knallen, wenn er drunter bleibt. "Nehmen Sie die Automobilzulieferer", sagt Professor Krcmar. "Ein Unternehmen stellt Achsen her, ein anderes Lichtmaschinen und Digitalelektronik. Es versteht sich von selbst, dass die IT bei dem zweiten Unternehmen eine viel größere Rolle spielt." Peer Group und Vergleichmaßstab ist eben nicht immer die eigene Branche.

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Vonseiten der Praxis bestätigt das Burkhard Schütte, CIO bei PricewaterhouseCoopers, der bereits am Benchmark teilgenommen hat. "Eine reine Kostenkennzahl ohne entsprechenden Bezugsrahmen macht für mich überhaupt keinen Sinn", sagt er.

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