19.11.2008 (aktualisiert), von Christoph Witte
Rainer Janßen ist CIO des Jahres geworden, weil er die Anwendungsentwicklung der Münchener Rück Service-orientiert aufgestellt hat und neue Wege geht, um Business und IT ins gleiche Boot zu ziehen.
| Rainer Janßen, CIO der Münchener Rückversicherung. Foto: Munich Re |
Der Mann weiß einen guten Plot zu schätzen. Vielleicht hält er auch deshalb in seiner inzwischen elfjährigen CIO-Karriere bei der Münchener Rück die Spannung immer aufrecht. Nicht indem er die Protagonisten wechselt oder immer wieder neue Nebenschauplätze aufmacht, sondern indem er die IT-Story seines Unternehmens logisch fortschreibt und von Höhepunkt zu Höhepunkt treibt. Wie einem guten Krimi-Autor geht es ihm darum, seine Figuren in ihren Entwicklungsmöglichkeiten zu verstehen, die sie aufgrund ihres Profils haben. Seine Hauptfiguren heißen Business und IT. Über lange Jahre waren sie als Gegensatzpaar angelegt. Nach einer langen und schwierigen Phase der Annäherung stehen sie nun durch einen Kunstgriff des Unternehmens auf der gleichen Seite. Doch dazu später mehr.
| Der Steckbrief von Rainer Janßen. |
Janßens neuester Coup ist eine Reorganisation: "Wir haben die Anwendungsentwicklung Service-orientiert aufgestellt und eine konsequente Multi-Sourcing-Strategie umgesetzt." Was Janßen da so glatt über die Lippen geht, war mit grundlegenden Änderungen verbunden. So ist die Anwendungsentwicklung nicht mehr entlang den einzelnen Applikationen geordnet, sondern in Business- und technikorientierte Servicearten unterteilt.
"Die Business-orientierten Teams begleiten die Fachbereiche zwar im Anforderungs-Management, aber beispielsweise für die .NET-Entwicklung gibt es nur noch eine zentrale Anlaufstelle, die projektübergreifend arbeitet. Das Gleiche gilt etwa für die SAP-Entwicklung und das -Testing." Das funktioniere ganz ähnlich wie im Infrastrukturbereich, erzählt Janßen weiter. Gehe man streng nach Itil vor, gebe es ja da auch nur einen Service für Server oder für den Helpdesk. Weil die am internen Kunden orientierten Teams sich auf deren Anforderungen konzentrieren, haben sich die technischen Services zu größeren Einheiten zusammenfassen lassen, die einheitlich vorgehen und klare Qualitätsvorgaben machen.
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