Nach Angaben der University of Sydney hat sich der Stromverbrauch durch Server seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Schätzungen zufolge beliefen sich die Kosten für den Energiehunger der Systeme bereits im Jahr 2005 auf weltweit 7,2 Milliarden Dollar. Angesichts der stetig steigenden Anforderungen an Rechen- und Speicherkapazitäten wird es für Unternehmen immer wichtiger, diese Kosten zu drosseln.
Abhilfe verspricht ein an der australischen Hochschule entwickeltes Rechenmodell namens "Energy Conscious Scheduling Algorithm" (ECS), das den Energieverbrauch in Rechenzentren um mehr als die Hälfte reduzieren soll - ohne Hardwaremodifikationen oder Beeinträchtigung des Betriebs. Einen ECS-Prototypen wollen Young Choon Lee und Albert Zomara, Wissenschaftler vom Centre for Distributed and High Performance Computing der University of Sydney, noch in diesem Jahr präsentieren, Ende 2010 soll die Software dann Marktreife erlangt haben.
Bei ECS handelt es sich nach Angaben der Forscher um eine ganze Suite von Algorithmen, die - als "Middleware" zwischen Hardware und Betriebssystem - den Workload der Systeme erfasst und die dafür benötigte Leistungsaufnahme bedarfsgerecht skaliert. Für das Mapping nutzt die Software die DVS-Fähigkeit (Dynamic Voltage Scaling) von Prozessoren. Auf diese Weise würden stets energiebewusste Mapping-Entscheidungen sichergestellt, wobei der Software-Stack nach wie vor das Gewünschte liefere, so Zomaya. Anders als die bisherigen Bemühungen um Energieeffizienz, die sich dem Experten zufolge primär auf Schaltkreise und Transistoren konzentrierten, verfolgt ECS einen breiteren Ansatz bis hin zur Systemebene.