09.03.2010, von Katharina Friedmann
Nach dem jüngsten Branchenindex des Lobbyverbands der deutschen ITK-Branche Bitkom verbessert sich die Stimmung im Hightech-Sektor zunehmend. Nach dem Krisenjahr 2009 rechnen demnach 59 Prozent der hiesigen IT- und Telekommunikations-Unternehmen im ersten Quartal 2010 mit einem Umsatzplus.
| Positive Signale aus der Hightech-Branche: Der Bitkom-Branchenindex springt auf plus 35 Punkte und liegt damit wieder auf dem Niveau vom Sommer 2008. |
Der Hightech-Verband Bitkom registriert eindeutig positive Konjunktursignale: Gut jedes zweite ITK-Unternehmen erwartet nach dem aktuellen Branchenindex ein Umsatzplus für das erste Quartal 2010. Das Stimmungsbarometer der hiesigen ITK-Anbieter macht gegenüber dem Vorquartal einen Sprung um 41 Punkte auf plus 35 Zähler und liegt damit wieder auf dem Niveau vom Sommer 2008. Basis der Angaben ist eine vierteljährliche Bitkom-Umfrage in der Branche. Laut Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer zieht die Nachfrage insbesondere in der Informationstechnologie spürbar an. "Der Investitionsstau bei IT-Lösungen für Unternehmen löst sich allmählich auf", so Scheer. Nach wie vor gut sei die Nachfrage der privaten Verbraucher - derzeit insbesondere nach Smartphones, mobilen Computern und Flachbildfernsehern. Im ITK-Gesamtmarkt rechnet der Bitkom heuer mit Umsätzen auf Vorjahresniveau, für 2011 prognostiziert der Branchenverband ein Wachstum von 1,6 Prozent auf 142 Milliarden Euro.
Laut Bitkom wird der hierzulande erzielte Umsatz mit Informationstechnik 2010 um 1,4 Prozent auf 64,4 Milliarden Euro zulegen. "Entscheidend ist, dass die Investitionen der Unternehmen in neue IT-Systeme wieder anziehen", so Scheer. Während das produzierende Gewerbe noch unter den Nachwirkungen der Wirtschaftskrise leidet, kehrt die Finanzwirtschaft als Investor zurück. Steigende IT-Ausgaben erwartet der Bitkom auch von Energieversorgern und der öffentlichen Hand. Von der Erholung werden Anbieter von Software und IT-Services laut Scheer am stärksten profitieren. Zu den wichtigsten Trends des Jahres zählt der Bitkom-Präsident Cloud Computing, das mobile Internet und IT-Sicherheit. Laut Bitkom-Schätzung wird der Umsatz mit Software heuer um 0,9 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro steigen, während IT-Dienstleistungen wie Wartung und Outsourcing-Services um 2,2 Prozent auf 33 Milliarden Euro zulegen dürften. Für 2011 erwartet der Verband Wachstumsraten von 4,1 Prozent für Software und fünf Prozent für IT-Dienste. Für den IT-Gesamtmarkt erwartet der Bitkom 2011 ein Plus von 3,8 Prozent.
Was die Umsätze mit IT-Hardware betrifft, rechnet der Branchenverband für das laufende Jahr mit einer Stabilisierung auf Vorjahresniveau (17 Milliarden Euro). Dem PC-Absatz prognostiziert der Bitkom für 2010 mit einem Plus um sechs Prozent (13,6 Millionen Rechner) ein neues Rekordhoch, der Verkauf von Notebooks soll sogar um elf Prozent zulegen. De Wermutstropfen: Aufgrund der sinkenden Preise wird der Umsatz dennoch leicht zurückgehen. Laut Bitkom lag der Durchschnittspreis für einen PC im vergangenen Jahr bei 521 Euro - im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um zehn Prozent.
In Telekommunikation werden die Umsätze gemäß Bitkom-Prognose im laufenden Jahr um 1,1 Prozent auf 63 Milliarden Euro sinken und sich 2011 auf diesem Niveau stabilisieren.
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