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IT-Chefs richten Prozesse auf Businessanforderungen aus

ITIL 3 verzahnt IT-Services mit Geschäftsprozessen

05.03.2009, von Tanja Wolff

Immer mehr ITIL-Anwender erhoffen sich durch die Version 3 des Frameworks eine engere Verzahnung der IT-Services mit den Business-Prozessen. Anfang 2008 waren nur 43 Prozent der Auffassung, dass ITIL 3 das ermöglichen kann. Ende des Jahres waren es schon 55 Prozent, das Ergebnis des Beratungshauses Exagon.

Hinzu kommen 29 Prozent ITIL-Anwendern, die sich verhalten optimistisch zeigen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der IT-Verantwortlichen, die in dieser Hinsicht entweder skeptisch sind oder noch keine genaue Einschätzung haben, binnen Jahresfrist fast halbiert. Auch an der grundsätzlichen Notwendigkeit einer stärkeren Ausrichtung der IT-Prozesse auf die Geschäftsanforderungen scheint es bei den Unternehmen immer weniger Zweifel zu geben. Fast drei Viertel der IT-Chefs erachten sie inzwischen als erforderlich und damit sogar noch etwas mehr als zu Beginn des Jahres und Mitte 2007 (64 beziehungsweise 61 Prozent). Nur vier Prozent sind aktuell noch der Auffassung, im IT Service Management (ITSM) auf einen direkten Bezug zu den Business-Bedingungen verzichten zu können.

"Euphorie stabilisiert sich"

Einen positiven Trend zeigt auch die Einschätzung des Lifecycle-Modells der neuen Version ITIL 3, so die Studie. Es beschreibt den Lebenszyklus der IT-Services von der Modellierung über die Implementierung und den Betrieb bis zur Optimierung. Nach der Vergleichsstudie gehen neun von zehn der Befragten davon aus, dass sich das Modell positiv auf ihre Praxis auswirken wird. Sie erwarten entweder "auf jeden Fall" oder "tendenziell" positive Effekte für das IT Service Management. In den vorangegangenen Erhebungen fiel das Votum der Anwender hierzu noch nicht so eindeutig aus.

"Nach anfänglich recht euphorischen Erwartungen, die dann durch eine etwas zurückhaltende Betrachtungsweise abgelöst wurden, scheint sich die Akzeptanz nun zunehmend zu stabilisieren", sagt Exagon-Geschäftsführer Joachim Fremmer. Allerdings warnt er auch deutlich vor Fehleinschätzungen des Lifecycle-Konzepts. Prinzipiell könne sein Nutzen in einer einfacheren Umsetzung der Projekte und einer besseren Ausrichtung der IT auf das Business bestehen. Zu den Vorteilen gehöre theoretisch auch, dass eine flexiblere Abbildung von Unternehmensveränderungen im IT-Service-Management möglich wird. In der Praxis würden diese Ziele von ITIL 3 dem Anwender nicht helfen, weil das neue Regelwerk zu inkonsistent sei und vor allem auch keine konkreten Antworten darauf gebe, wie eine Integration der verschiedenen Lifecycles realisiert werden könne.

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