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Zalando - eine Nummer zu groß?

09.01.2013, von Rebecca Eisert

Wann kommt der Börsengang?

Die millionenschweren Bauprojekte sind für Heinemann ein weiteres Indiz, dass es sich bei Zalando nicht, wie immer wieder spekuliert, um eine Luftnummer handelt. "Wäre Zalando nicht stabil, würde das Unternehmen eher auf Dienstleister setzen und nicht selbst zwei große Logistikzentren bauen."

Bei der Finanzierung der Projekte haben zudem höchst konservative Geldgeber geholfen. So stellten die Commerzbank, die Sparkasse Mittelthüringen und die KfW Bankengruppe eine langfristige Fremdkapitalfinanzierung in Höhe von 40,7 Millionen Euro zu Verfügung. Auch dass der schwedische Investor Kinnevik seine Beteiligung erhöht hat, kann als Zeichen für ein funktionierendes Geschäftsmodell gelten, denn die Schweden "gelten als eher konservative Investoren", so Heinemann.

Der Handelsexperte hält es durchaus für möglich, dass sich Zalando nach einer Phase der Konsolidierung in den jetzt erschlossenen Märkten der Vertikalisierung widmet. "Um sich von anderen Onlinehändlern abzuheben, müsste Zalando jetzt eigene Marken bilden." Amazon macht das bereits im Buchhandel vor, indem es Inhalte von Verlagen anliefern lässt und die Bücher selbst druckt. "Ein zweiter Hebel zur Rentabilisierung des Geschäfts wäre eine Ausbau hin zum offenen Marktplatz." Bei diesem Modell erhält Zalando eine Provision dafür, dass andere Händler über Zalando ihre Waren verkaufen. Ein solches Partnerprogramm gibt es bereits. Laut Zalando, solle es aber "keine so große Prominenz finden."

Die große Frage, die sich Beobachter seit Monaten stellen, lautet: Wann geht Zalando an die Börse? Wie zu erwarten gibt sich der Händler zugeknöpft: "Die Frage stellt sich noch gar nicht, weil wir es erst einmal schaffen müssen, dass das Unternehmen profitabel ist und erfolgreich wirtschaftet. Wenn wir diesen Weg weitergehen, ist ein Börsengang irgendwann ein möglicher, aber kein garantierter Schritt für Zalando."

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