EuroSIG-Projekt

Warum die Migration der HVB so lange gedauert hat

06.08.2010, von Karin Quack

Am vergangenen Wochenende ist die HVB endlich auf ihr neues Kernbanksystem umgestiegen. Das wurde aber auch höchste Zeit. Eine weitere Verzögerung wäre teuer geworden.

Die HVB-Zentrale in München.Vergrößern
Die HVB-Zentrale in München.

Nach beinahe drei Jahren hat die HypoVereinbank (HVB) das Projekt "EuroSIG" zu einem vorläufigen Abschluss gebracht. Seit dem 1. August laufen die meisten Bankanwendungen in der neuen Umgebung. Zweimal hatte der Einführungstermin verschoben werden müssen. Er war zunächst für den 1. Januar, dann für den 1. Mai dieses Jahres geplant. Wie der für IT zuständige HVB-Vorstand Heinz Laber erläutert, war der Bank damals das Risiko zu groß, dass das Zusammenspiel zwischen den kundenorientierten Applikationen und den internen Finanzsystemen ("Hauptbuch") Diskrepanzen aufweisen würde. "Auf der Kundenseite war beide Male alles klar, aber wir hatten Zweifel hinsichtlich der regulatorischen Anforderungen."

Genau wegen dieser Anforderungen wurde es jetzt allerdings höchste Zeit für den Umstieg. Mit den vorhandenen Systemen, die teilweise mehr als ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel haben, hätten sich die immer zahlreicheren Compliance-Anforderungen nur noch mit erheblichen Anstrengungen abbilden lassen, so Laber: "Auch ein renommiertes externes Beratungsunternehmen hat uns bestätigt, dass der Aufwand mit unseren klassischen Anwendungen exponentiell gestiegen wäre. In schätzungsweise sechs Monaten wäre die Kosten deutlich gestiegen."

Schon 2004 war der HVB klar geworden, so berichtet der Vorstand, dass ihre Anwendungen zu einem großen Teil nicht zukunftsträchtig waren. Damals standen zwei Möglichkeiten zur Diskussion: Entweder man entwickelte selbst, oder man wählte ein System von der Stange. Der damalige CIO Klaus Rausch bevorzugte die zweite Option, sprich: das Standardsystem "Avaloq".

Wenig später kam eine dritte Möglichkeit hinzu: Nachdem die HVB von der italienischen Unicredit übernommen worden war, empfahl sich der Umstieg auf deren Eigenentwicklung EuroSIG. Laut Laber war diese Option deutlich schneller umzusetzen sowie um etwa 25 Prozent kostengünstiger als die beiden Alternativen.

UniCredit Bank AG (Mehr Fakten über die IT in diesem Unternehmen)
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