Großprojekt bis 2015

Das Milliarden-SAP-Projekt der Deutschen Bank

08.11.2012, von

Die Deutsche Bank schmeißt ihr selbstgestricktes Kernbankensystem raus. Es folgt SAP-Software. Rund 1200 Mitarbeiter arbeiten voraussichtlich bis 2015 an dem Mammutprojekt. Am Ende will die Bank damit 250 Millionen Euro pro Jahr sparen.

Wolfgang Gaertner, CIO Retail, Deutsche Bank AG: "Viele Innovationen im x86-Umfeld und Technologien wie In-Memory werden von jungen Leuten getrieben. Hier können sie das umsetzen."Vergrößern
Wolfgang Gaertner, CIO Retail, Deutsche Bank AG: "Viele Innovationen im x86-Umfeld und Technologien wie In-Memory werden von jungen Leuten getrieben. Hier können sie das umsetzen."
Foto: Joachim Wendler

"Passion to perform" steht an der gläsernen Schiebetür. Die Kollegen im dritten Stock an der Theodor-Heuss-Allee 72 in Frankfurt setzen ein ehrgeiziges Projekt um: Die Deutsche Bank migriert auf ein neues Kernbankensystem. Magellan heißt die SAP-Hochleistungsplattform, die die Bank als "modernste Technologie- und Prozessplattform für Bankdienstleistungen in Europa" preist.

Magellan umfasst die gesamte IT und alle Abwicklungsprozesse des Geschäftsbereichs Privat- und Geschäftskunden (PBC) in Deutschland. Seit Juli 2012 werden mehr als fünf Millionen Sparkonten der Deutschen Bank auf der neuen Hochleistungsplattform geführt. Die Plattform bietet das künftige gemeinsame Fundament für die Filialen von Deutscher Bank und der 2012 übernommenen Postbank. Sie soll die Industrialisierung von Geschäftsprozessen ermöglichen und Kosten senken. Die Bank gibt rund eine Milliarde Euro für die SAP-Einführung aus.

Was das weltweite Transaction Banking betrifft, entschied sich Wolfgang Gaertner, CIO Retail, Deutsche Bank, 2010 für den indischen Anbieter Tata. Er will das Global Transaction Banking in mehr als 30 Ländern vereinheitlichen und hat dafür das Kernbankensystem TCS BaNCS von Tata Consultancy Services eingeführt. Die Anwendung startete Ende 2010 in einer neu eröffneten Filiale in Abu Dhabi.

"Wir haben die Entscheidung für das Projekt Magellan Anfang 2010 getroffen", sagt Gaertner. Das Geldinstitut stand vor der Alternative, das bestehende proprietäre Kernbankensystem Stück um Stück zu erweitern - oder einmal in einem großen Schritt zu erneuern. Die Deutsche Bank entschied sich für Letzteres. "In der intensiv diskutierten Grundsatzfrage 'Make or buy' war am Ende klar, dass wir nur mit dieser grundlegenden Veränderung alle folgenden Veränderungen auslösen können", erklärt Gaertner. Er wollte Standardsoftware und entschied sich für SAP. Die Walldorfer bieten großen Banken eine bewährte Plattform, so der CIO. "Wir brauchen daher nur zu parametrisieren und müssen nicht Software entwickeln", sagt Gaertner.

Deutsche Bank AG (Mehr Fakten über die IT in diesem Unternehmen)
Jetzt den Finance IT Newsletter bestellen!
Kommentieren: Kommentieren
Empfehlungen der Redaktion:
Deutsche Bank: IT soll 1,1 Milliarden sparen
Insgesamt will die Deutsche Bank ab 2015 jährlich viereinhalb Milliarden Euro einsparen. Die IT soll 1,1 Milliarden Euro dazu beitragen.
» zum Artikel
Deutsche Bank spart 200 Millionen Euro
Die Deutsche Bank zieht Konten und Geschäftsprozesse des Bereichs PBC auf die neue Technologieplattform "Magellan" um - und optimiert so Abläufe und Kosten.
» zum Artikel
Deutsche Bank Apps weltweit Spitze
Verständliche Inhalte, Links auf Facebook, Twitter und die eigene Homepage - die Apps der Deutschen Bank landen im weltweiten Vergleich auf Platz eins.
» zum Artikel
Weitere Inhalte zu:
Deutsche Bank, SAP-Projekt, Bankdienstleistungen, Kernbankensystem, Prozessplattform