Pay as you drive

Wer rast, zahlt mehr

26.06.2007, von Johannes Klostermeier

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Wer zu schnell fährt, treibt die Prämien für alle Versicherten in die Höhe. Mit fahrabhängigen Angeboten will jetzt die erste deutsche Versicherung Fahranfänger locken. Wenn sie sich an die Regeln halten, zahlen sie weniger.

"Pay as you drive"-Modelle für Autofahrer: Damit es gar nicht erst zum Crash kommt. Vergrößern
"Pay as you drive"-Modelle für Autofahrer: Damit es gar nicht erst zum Crash kommt.

Die erste nutzungsbasierte Kfz-Versicherung läuft bei Norwich Union, einer Tochter von Aviva, der größten Versicherung Großbritanniens. Mit ihrem nutzungsbasierten Prämienmodell "Pay As You Drive" (PAYD) wirbelt der Versicherungskonzern den britischen Kfz-Markt durcheinander. PAYD bedeutet, dass die Versicherungsbeiträge sich nach der tatsächlichen Fahrzeugnutzung Streckenlänge, Fahrtziel und Tageszeit richten. Die Versicherungsprämie wird also danach errechnet, wann, wo und wie ein Auto gefahren wird. Nach der Pilotphase mit 5.000 Teilnehmern in Großbritannien und Nordirland beginnt Norwich Union jetzt mit der Vermarktung seines neuen Angebots.

Hinter dem Modell steckt moderne IT. Die Fahrzeuge werden mit einem GPS-Gerät ausgestattet, das in Echtzeit übermittelt, wo das versicherte Auto unterwegs ist. Seit Beginn der Pilotphase 2004 wurden bei den 5.000 Testteilnehmern über zehn Millionen Fahrten mit über 100 Millionen gefahrenen Kilometern aufgezeichnet. Ein Datenspeicher von Teradata sichert, dass die Versicherung auch bei großer Nachfrage in der Lage ist, die Abrechnungen durchzuführen und die Risiken individuell zu kalkulieren.

Jeden Tag und jede Fahrt werden im Data Warehouse gesammelt, aufbereitet und analysiert, die Informationen werden an das Rechenzentrum geschickt und dort in persönliche Prämien umgerechnet. So berechnet Norwich Union etwa jungen Fahrern Aufschläge, wenn sie nachts zwischen 23 und 6 Uhr fahren. Von IBM gelieferte Technologien liefern den Versicherungsmathematikern die Daten, auf deren Basis sie die Prämien festlegen - zusätzlich zu Fahrzeugmodell, Alter, Wohnort und Fahrhistorie der Versicherten.

Die gemeldete Strecke wird je nach Tageszeit und Route einer Tarifstufe zugeordnet. Am Monatsende erhält der Kunde eine genaue Abrechnung. Die Versicherung wirbt damit, dass so jeder sein individuelles Versicherungsprodukt bekommen könne. "Wir nutzen die neuesten Entwicklungen der GPS- und Data-Warehouse-Technologie, um unseren Kunden einen Tarif nach ihrem tatsächlichen Nutzungsverhalten und ihrer individuellen Risikostruktur zu bieten", sagt der CIO der Norwich Union, Alex Robinson.

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