Gesellschaft soll jährlich 32 Millionen Euro sparen

Krankenkassen starten IT-Allianz 2008

17.10.2007, von Tanja Wolff

Künftig verfügen BKK, IKK, DAK und weitere Ersatzkassen über eine gemeinsame IT-Plattform. Darauf haben sich die Kassen in Berlin geeinigt. Durch die Vereinbarung zur Gründung einer IT-Allianz, der größten im Sozialversicherungsmarkt, werden deutliche Synergie-Gewinne erwartet – 32 Millionen Euro sollen es ab 2012 pro Jahr sein.

Claus Moldenhauer, IT-Vorstand der DAK, rechnet durch die IT-Holding mit Einsparungeseffekten von mindestens 20 Prozent.Vergrößern
Claus Moldenhauer, IT-Vorstand der DAK, rechnet durch die IT-Holding mit Einsparungeseffekten von mindestens 20 Prozent.

Es geht aber nicht nur ums Geld. Mit der neuen IT-Allianz stellen sich die Beteiligten auf die neuen Entwicklungen der IT-Strukturen in der Sozialversicherung ein, die einzelne Kassen nicht allein bewältigen könnten. Die kassenartübergreifende Zusammenarbeit wird die Software-Entwicklung, den Betrieb der Rechenzentren, die Fachberatung und das Daten-Clearing für rund 220 Krankenkassen mit 26 Millionen Versicherten und einem Marktanteil von etwa 40 Prozent in der GKV übernehmen.

"Mit der IT-Allianz geht der größte kassenartübergreifende Full-Service-Dienstleister im IT-Bereich der GKV an den Start", sagte Wolfgang Schmeinck, Vorstandsvorsitzender des BKK Bundesverbandes. Wenn im Januar 2008 die operative Arbeit der IT-Allianz beginnt, erwarten die Beteiligten für das erste Jahr einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro. Erarbeitet werden soll er von über 1.000 Mitarbeitern.

Die Gründung der IT-Allianz soll Vorteile bei Qualität und Innovation sowie positive wirtschaftliche Folgen für jeden einzelnen Beteiligten mit sich bringen, heißt es. Und die Ziele sind hoch gesteckt: Insgesamt werden ab 2012 nach Abschluss der Konsolidierungsphase vorsichtig gerechnet Synergien im Wert von rund 32 Millionen Euro pro Jahr erwartet. Das sind etwa 12,5 Prozent des gesamten Ausgabenvolumens.

Es könnte aber auch mehr sein. "In der Regel wird bei Zusammenschlüssen dieser Art von mindestens 20 Prozent Einsparungen ausgegangen", so Claus Moldenhauer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DAK. Erste Synergien erwartet er schon für das kommende Jahr, wie zum Beispiel im Bereich Netzwerke oder Lizenz-Management.

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