Projekt abgeschlossen

Fabrikprozesse im Krankenhaus eingeführt

09.11.2010, von Hartmut Wiehr

Die Gesundheitsreformen setzen Kliniken wie das SRH Wald-Klinikum Gera unter Stress. Eine Antwort ist die digitale OP-Simulation. Das Ergebnis: 1800 zusätzlich Operationen und höhere Wirtschaftlichkeit.

Das SRH Wald-Klinikum Gera hat sich eine Generalsanierung zum Ziel gesetzt. Die im Stadtwald von Gera gelegene Klinik ist schon jetzt das größte Krankenhaus der Region Ostthüringen. Sie verfügt über 951 Betten, und die rund 1.800 Mitarbeiter haben 2009 mehr als 36.000 Patienten stationär sowie 50.000 ambulant behandelt. Und das Klinikum will weiter wachsen.

Am Wald-Klinikum Gera ist eine OP-Simulation die Voraussetzung für eine gesteigerte Auslastung der OP-Säle. (Foto: Unity)Vergrößern
Am Wald-Klinikum Gera ist eine OP-Simulation die Voraussetzung für eine gesteigerte Auslastung der OP-Säle. (Foto: Unity)

Mit einem Gesamtvolumen von rund 160 Millionen Euro ist die Generalsanierung der Klinik das derzeit größte Krankenhausprojekt in Thüringen. Zwei neue Bauten hat das Krankenhaus bereits errichtet, bis 2012 kommen ein neues Hauptgebäude sowie ein Bettenhaus hinzu. Auch bei den OP-Sälen machte die Generalüberholung nicht halt. Der Plan sah vor, die zwei bisherigen auf dem Klinikgelände existierenden Standorte mit 12 Sälen in einem Gebäude zusammenzulegen und elf neue OP-Räume zu schaffen. Ausgemachtes Ziel war es dabei, mit den bestehenden Ressourcen die Fallzahlen zu steigern, sprich: wirtschaftlicher zu operieren.

"Für uns war es entscheidend, schon in der frühen Planungsphase die Räumlichkeiten, insbesondere auch die OP-Säle, genau zu dimensionieren und richtig anzuordnen", erklärt Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH-Holding: "Denn dies wirkt sich unmittelbar auf die Investitionskosten sowie die späteren Betriebskosten aus. Nur wenn Räumlichkeiten, Mitarbeitereinsatz und Abläufe aufeinander abgestimmt sind, können wir die Qualität und Produktivität steigern."

Gerade im OP-Saal zeige sich, ob ein Krankenhaus wirtschaftlich arbeitet. Es gilt im Zeitalter der Gesundheitsreform die einfache Formel: weniger Operationen – sprich Fallzahlen – gleich weniger Einnahmen. Damit bei einer engen zeitlichen Planung die vorgesehenen Operationen nahtlos durchgeführt werden können, müssen die OP-Planer eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigen und diese sinnvoll miteinander korrelieren. Personaleinsatz, OP-Nutzungszeiten und Schichtmodelle, Anordnung und Dimensionierung der Räumlichkeiten, Schnitt-Naht-Zeiten, Wechselzeiten, Anzahl der OPs.

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