Siemens und NXP mit HF Gen2

Neuer Standard soll RFID retten

22.07.2009, von Hartmut Wiehr

Der RFID-Standard HF Gen2 soll große Mengen von Packungen schneller erkennen. Damit wollen Anbieter vor in Healthcare- und Pharmabranchen verdienen.

RFID-Labels erleichtern die Produkterkennung in der Logistik der Pharmabranche.Vergrößern
RFID-Labels erleichtern die Produkterkennung in der Logistik der Pharmabranche.

Irgendwie war es in den letzten Jahren ruhig geworden um RFID, jene Hochfrequenzchips, mit denen Supply-Chain-, Handels- und Verkaufsprozesse revolutioniert werden sollten. Inzwischen spricht kaum jemand noch von den früheren Vorzeigeprojekten wie dem Future Store von Metro oder anderen Anwendungen, und die totgesagten Bar Codes dominieren noch immer die Szene. NXP Semiconductors und Siemens IT Solutions & Services wollen das nun ändern, zumindest für medizinische und pharmazeutische Unternehmen.

NXP ist ein Halbleiterunternehmen, das vor etwa 50 Jahren von Philips gegründet wurde. Weltweit beschäftigt der niederländische Konzern mittlerweile 28.000 Mitarbeiter in über 30 Ländern und produziert mehr im Verborgenen Halbleiter, Systemlösungen und Software. Haupteinsatzgebiete sind Chips für Fernseher, Set-Top-Boxen, Handys, Auto-Elektronik und weitere chip- oder software-gesteuerte Geräte. Zusammen mit Siemens arbeitet man jetzt an einem RFID-Projekt, das die Prozesse in der pharmazeutischen Lieferkette dramatisch beschleunigen soll.

Müssen bisher Packungen einzeln an Barcode-Scannern vorbeigeführt werden und dafür teilweise aus großen Transportkisten herausgenommen werden, hat sich NXP auf Funkchips spezialisiert, die drahtlos auch über bestimmte Distanzen hinweg funktionieren. RFID (Radio Frequency Identification) wird heute bei NXP gegen kontaktlose Wegfahrsperren in Autos oder kontaktlose Zutrittskontrollen in Gebäuden oder bei Massenverkehrsmitteln – wie zum Beispiel in der Londoner U-Bahn – abgegrenzt: Während es hier um kurze Distanzen bis zu Zentimetern oder Millimetern geht, fokussiert man sich bei RFID jetzt mehr um das Lesen von Produktinformationen, die über größere Entfernungen bis hin zu 8 Metern geht.

Im pharmazeutischen Bereich geht es laut Dirk Morgenroth, Marketing Manager bei NXP, darum, soviel Waren wie möglich auf einmal zu identifizieren – und das so genau wie möglich. Angestrebt sind Erkennungsraten von möglichst 100 Prozent, was sich aber nur in Abhängigkeit von bestimmten Applikationen und je nach Branchenbesonderheiten umsetzen lässt. Unterstützt werden diese Anstrengungen von einem neuen RFID-Standard namens HF Gen2, der auf Basis der ICODE-Hochfrequenz-Technologie entwickelt wurde und zur Zeit abschließend geprüft wird.

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