Neue Lünendonk-Studie

Studium ist für Berater Pflicht

02.04.2013, von Mario Zillmann

IT-Consultants sind auf dem IT-Arbeitsmarkt besonders gefragt. Eine Studie zeigt, was IT-Service-Anbieter von Bewerbern erwarten und was auf die Berater im Arbeitsalltag zukommt.

Marktforscher der Lünendonk GmbH (im Bild Geschäftsführer Thomas Lünendonk) haben 56 IT-Dienstleister zum Thema Rekrutierung, Employer Branding und Personal-Marketing befragt.Vergrößern
Marktforscher der Lünendonk GmbH (im Bild Geschäftsführer Thomas Lünendonk) haben 56 IT-Dienstleister zum Thema Rekrutierung, Employer Branding und Personal-Marketing befragt.
Foto: Thomas Lünendonk

Die Umsätze der IT-Beratungs- und Systemintegrationsfirmen in Deutschland stiegen 2011 um durchschnittlich 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ähnlich hoch sind die Prognosen für 2012 und die nächsten fünf Jahre, da die Zahl der IT-Projekte wächst, besonders in den Bereichen IT-Standardisierung, Virtualisierung, Cloud Computing, mobile Anwendungen und IT-Sicherheit. Damit erhöht sich auch der Bedarf an IT-Beratern. Viele IT-Dienstleister investieren deshalb verstärkt in die Rekrutierung und Bindung von Mitarbeitern. Die Marktforscher der Lünendonk GmbH haben 56 IT-Dienstleister zum Thema Rekrutierung, Employer Branding und Personal-Marketing befragt. Die wichtigsten Antworten lesen Sie hier.

Gesuchte Qualifikationen: Fast alle analysierten IT-Unternehmen erwarten von Bewerbern ein abgeschlossenes Studium. An der Spitze der gewünschten Studiengänge liegt die (Wirtschafts-) Informatik. Deutlich dahinter folgt das BWL-Studium, das in 14 der befragten Firmen als Bewerbungsvoraussetzung gilt. Wirtschaftsingenieure haben ebenso Chancen wie Mathematiker und Naturwissenschaftler.

Bevorzugte Studienabschlüsse sind Master, gefolgt von Bachelor und Diplom. Für bestimmte offene Stellen reicht in zwei Drittel der Firmen auch eine abgeschlossene Berufsausbildung aus. Präferiert wird der Fachinformatiker, gefolgt von einer technischen Ausbildung. Die Hochschulreife ist für gewisse Positionen noch in gut der Hälfte der Unternehmen Voraussetzung, wogegen nur 28 Prozent der Teilnehmer Bewerbern mit Mittlerer Reife eine Chance geben.

Viele Berater müssen auch ins Ausland: In immer mehr Fällen erwarten die Kunden, dass ihr Dienstleister sie im In- und Ausland angemessen betreuen kann. Angaben in Prozent; Quelle: Lünendonk Vergrößern
Viele Berater müssen auch ins Ausland: In immer mehr Fällen erwarten die Kunden, dass ihr Dienstleister sie im In- und Ausland angemessen betreuen kann. Angaben in Prozent; Quelle: Lünendonk

Einsatzregionen : Neben den großen, internationalen IT-Konzernen haben auch IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Deutschland ihre Geschäftsaktivitäten in den vergangenen Jahren stärker ins Ausland verlagert. Viele begleiten ihre Kunden beim Aufbau und der Pflege von IT-Prozessen an ausländischen Standorten. Mittelständische Kunden erweitern ihre Geschäftsaktivitäten in Richtung Asien, Osteuropa sowie Nord- und Südamerika. Um kulturelle und sprachliche Hindernisse zu umgehen, lassen diese Betriebe ihre IT-Dienstleister die neuen Standorte an die Unternehmensorganisation anbinden und die IT-Prozesse für Logistik, Vertrieb oder Produktion aufbauen. Auslandserfahrung erwartet jeder vierte IT-Dienstleister von Bewerbern, die sich als IT-Berater oder -Spezialisten zunehmend in Projekten in China, Indien oder Brasilien wiederfinden. Bei 21,4 Prozent finden IT-Projekte in Deutschland, Österreich, und der Schweiz statt.

Hierarchiestufen: "In der IT-Branche macht man schnell Karriere", heißt es oft. Die Lünendonk-Befragung bestätigt zumindest die organisatorischen Voraussetzungen dafür. So hat die Mehrheit der untersuchten Firmen flache Hierarchien, und zwar im statistischen Mittel 3,4 Ebenen. Die Hälfte der Befragten hat nur bis zu drei Hierarchiestufen. Deutlich mehr Hierarchieebenen gilt es in den IT-Abteilungen großer Anwenderunternehmen zu erklimmen. Flache Hierarchien bedeuten grundsätzlich, dass Entscheidungswege kürzer sind. Zudem ist eine gewisse Nähe der Mitarbeiter zum Management vorhanden.

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