Akademiker als Praktikanten

Nur wenig Stellen für Informatiker

09.03.2010, von Thomas Pelkmann

Um ihren dennoch vorhandenen Personalbedarf zu decken, greifen wieder deutlich mehr Unternehmen auf Praktikanten zurück: Mehr als 30.000 Plätze werden die Unternehmen laut Wirtschaftswoche in diesem Jahr dafür schaffen. Hier liegen die Automobilkonzerne deutlich vorne: " Allein Daimler sucht 4000 Praktikanten, bei BMW sind es 3500, bei Audi 1000". Das sind im Vergleich zur Vorjahresumfrage des Wirtschaftsmagazins 10.000 mehr und doppelt so viel, wie es feste Arbeitsplätze für Akademiker geben soll.

Die Branchen im Überblick

Wir haben die nach Branchen differenzierten Umfrageergebnisse der Wirtschaftswoche besonders auf die Berufsaussichten von Informatikern hin untersucht. Demnach ist zum Beispiel im Bereich "Bau/Maschinenbau/Verkehr" bei fast allen befragten Unternehmen mit einer Nachfrage nach Informatikern zu rechnen. Im insgesamt dreistelligen Bereich neuer Stellen befinden sich hier die Deutsche Bahn, BMW, Dekra, Continental, Aixtron und Bertrandt.

Bei Beratern und Wirtschaftsprüfern gibt es ebenfalls weiterhin Bedarf an Informationstechnikern: Ernst & Young beispielsweise sucht in diesem Jahr insgesamt 700 neue Mitarbeiter, PWC 600, Deloitte 450 und Steria Mummert immer noch 250.

Eher weniger gefragt sind Informatiker in den Bereichen Biotech/Chemie/Pharma sowie Konsumgüter/Nahrungsmittel. Hier suchen nur die Topplatzierten Merck, Roche und Bayer nach entsprechenden Experten. Bessere Berufschancen gibt es dagegen in den Sektoren Energie/Umwelttechnik, Finanzwesen/Versicherung und Handel, wo fast alle befragten Unternehmen einen Bedarf an Informatikern angeben.

Naheliegenderweise den größten Bedarf an examinierten IuK-Spezialisten hat die Branche IT/Medien/Telekommunikation. So will allein die Deutsche Telekom 1.400 Neueinstellungen in diesem Jahr vornehmen – der absolute Spitzenwert der Befragung. Es folgen, wenn auch weit abgeschlagen, die Datev (200 neue Stellen), Infineon (bis 200) und Computacenter (150). Auf ihren neuen Arbeitgeber Microsoft können sich dagegen nur rund 100 Fachkräfte freuen, neben IT’lern aber auch Ökonomen, Naturwissenschaftler und Ingenieure. Sogar auf "Geisteswissenschaftler" , die traditionell zu den Quereinsteigern in die IT-Berufe zählen, setzt der Software-Konzern und unterscheidet sich damit deutlich von anderen Branchen. Chancen haben Germanisten und Soziologen aber auch im Bereich Beratung/Wirtschaftsprüfung, während ihre eher allgemeinen Qualifikationen in Spezialbranchen wie Chemie und Biotech am wenigsten gefragt sind.

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