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| Doof sind immer die anderen | |
| IT schimpft über "dümmste anzunehmende User" | |
| Datenstift statt USB-Stick | |
| Kein Feierabend beim Kampf gegen Denglisch | |
27.01.2011 (aktualisiert), von Nicolas Zeitler
Bugfixing, Business Intelligence, VoIP: Englische Begriffe beherrschen die IT. Ohne sie gelänge die Kommunikation besser, sagt Sprachexperte Reiner Pogarell. Er leitet das Paderborner Institut für Betriebslinguistik und berät Firmen, wie sie die Kommunikation verbessern können.
| Reiner Pogarell, Leiter des Instituts für Betriebslinguistik: "Wenn technische Neuerungen aufkommen, müssen wir dafür einen Begriff in unserer Sprache finden." Foto: Reiner Pogarell, Institut für Betriebslinguistik |
Am Ende war Reiner Pogarell dem Kind fast dankbar, dass es seinen Satellitenempfänger heruntergeworfen hat. Der Sprachwissenschaftler musste sich im Elektromarkt einen neuen Empfänger kaufen und stellte sich schon "auf einen schlimmen Abend" ein. Dann die Überraschung: Beschriftungen und Betriebsanleitung waren durchweg in verständlichem Deutsch verfasst. "In 15 Minuten hatte ich alles installiert", erzählt Pogarell. Dank des kleinen Rabauken hatte der Leiter des Paderborner Instituts für Betriebslinguistik wieder einmal die Bestätigung erhalten für seine wichtigste Botschaft: Anglizismen sind fast immer überflüssig. In vielen IT-Abteilungen allerdings habe sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt, sagt Pogarell.
Zusammen mit seinen Mitarbeitern am Institut für Betriebslinguistik (IFB) berät der studierte Linguist und Pädagoge seit Ende der 1980er-Jahre Unternehmen darin, die Verständigung unter den Mitarbeitern, aber auch die Kommunikation nach außen zu verbessern. Der Leitsatz des anfangs an der Universität Paderborn angesiedelten und seit 1990 selbstständigen Instituts lautet "Zielwirksam schreiben und sprechen". In vielen IT-Abteilungen und auch bei den IT-Töchtern großer Konzerne hat Pogarell diesen Satz schon gepredigt.
Nötig sei das nach wie vor, sagt er. Zwar sei seit gut zehn Jahren die große Begeisterung in Deutschland für Anglizismen etwas abgeklungen, vorbei die Zeit, als sich jedes neu gegründete Unternehmen einen jung klingen wollenden Namen gab und englische Sprüche die Fernsehwerbung dominierten. Doch in der Informationstechnik sei unnötiges Englisch nach wie vor üblich. "Die EDV-Leute haben sich damit ganz schön eingeigelt", meint Pogarell.
Die Klagen über schlechte Verständigung zwischen IT-Abteilung und dem Rest des Unternehmens sind keineswegs neu. Regelmäßig ergeben Umfragen und Studien, dass es vielerorts an der Abstimmung von IT- und Firmenstrategie hakt - die treffenderweise mit dem Begriff Business-IT-Alignment umschrieben wird. Häufiger Grund: Man spricht nicht dieselbe Sprache. Das Problem ist bekannt und doch noch lange nicht gebannt.
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