26.01.2012, von Thomas Pelkmann
Ob man nun wie Jobs Stift und Papier dafür verwendet, ist Geschmackssache. Wichtig zu wissen ist aber, dass Jobs seine Präsentationen wie Spielfilme plante: mit einer packenden Geschichte, die keine Zeit für Ablenkungen bietet, mit Helden und Bösewichtern sowie mit Spezialeffekten und Überraschungen. "Zuerst kam immer die Geschichte; die Folien waren nur zur Ergänzung gedacht", heißt es dazu bei Gallo.
Als Jobs im Januar 2008 das MacBook Air vorstellte, war es für ihn schlicht "das dünnste Notebook der Welt". Solche Botschaften lassen sich leicht verbreiten. Laut Gallo hat Steve Jobs für jedes Produkt seines Unternehmens eine Beschreibung gefunden, die sich auf einen einzigen Satz beschränkt. Diese knappen Zusammenfassungen machen es dem Publikum leicht, die Botschaften des Herrn in nur 140 Zeichen via Twitter in die Welt zu tragen. Aber man täusche sich nicht: Solche Botschaften zu verkünden geht schnell, sie zu schreiben, braucht viel Zeit.
Jeder gute Film-Plot braucht neben dem Helden auch einen Bösewicht. Am Anfang der Apple-Geschichte war das IBM, von Jobs in einem berühmten Spot dämonisiert.
"Laut dem Markenexperten Martin Lindstrom haben große Marken und Religionen etwas gemeinsam", schreibt Gallo: "die Idee, einen gemeinsamen Feind zu besiegen". Jobs habe in dem Werbespot einen Bösewicht geschaffen, "der es den Zuhörern ermöglichte, sich um den Helden zu scharen", um Apple und seine Produkte.
Heutzutage muss das Böse nicht mehr unbedingt personalisiert sein. Auch ein Problem braucht mitunter Helden, um gelöst zu werden. "Als Jobs im Januar 2007 das iPhone vorstellte, konzentrierte sich seine Präsentation (...) auf die Probleme, die Mobilfunknutzer mit dem damaligen Stand der Technik hatten. Das iPhone, so sagte er, werde diese Probleme lösen." So einfach kann es auch sein.
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