26.01.2012, von Thomas Pelkmann
Große Zahlen erschließen sich Zuhörern nicht immer sofort. So steht die Zahl von 220 Millionen verkaufter iPods, die Apple-Vize Phil Schiller 2009 nannte, relativ einsam da. Erst wenn man Zahlen in Relation setzt, werden sie verständlich. 220 Millionen - das entsprach damals einem Marktanteil von 73 Prozent. Oder, noch anschaulicher: Drei von vier MP3-Player waren von Apple. Und Microsoft - mit Zune damals auch bei den MP3-Playern ein großer Konkurrent von Apple? Mit einem Prozent lag der Konzern ganz am Ende der Rangliste.
Solche Vergleiche versteht jeder. Der Gallo’sche Merksatz dahinter lautet: "Je größer die Zahl, desto wichtiger ist es, Analogien oder Vergleiche zu finden, welche die Daten für die Zuhörer relevant machen."
Klartext ist besser als politisch korrekte, aber langweilige Begriffe. Steve Jobs sprach einmal davon, dass das iPhone 3G "erstaunlich flott" sei. Das sagt nicht wirklich viel aus, kommt bei den Zuhörern aber an, weil es nahe am normalen Sprachgebrauch ist.
Wörter wie "Spitzenprodukt" oder "Synergie" aus dem Satzbaukoffer von Marketingexperten hat Jobs dagegen selten bis nie verwendet. "Seine Sprache war einfach, klar und direkt", heißt es dazu bei Gallo. Und das ist nun einfach immer richtig.
Kurze Sätze, anschauliche Wortwahl: Damit schaffte es Jobs, seinen Zuhörer Botschaften zu übermitteln, die diese auch verstanden haben, um sie direkt anschließend in die Welt hinaus zu posaunen. Aber ohne die am Anfang erwähnten Spezialeffekte ging es auch bei Jobs nicht ab. "Jede Präsentation von Steve Jobs hatte einen Moment, den Neurowissenschaftler als ‚emotionsgeladenes Ereignis’ bezeichnen", so Carmine Gallo. Es ist ein Moment, der den Zuhörern signalisiert: "Merk dir das jetzt!"
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