Anzeichen im Unternehmen

9 Gründe für einen Jobwechsel

07.05.2014, von Rich Hein

Für jeden zweiten Arbeitnehmer käme ein Jobwechsel aus Leidenschaft in Frage. Auch fehlende Entwicklungsmöglichkeiten beschleunigen den Abschied.

Das Online-Karriereportal Monster befragte 2033 Personen, was sie neben Gehalt, Sozialleistungen und dem Arbeitsort zu einem Jobwechsel bewegen würde. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (55 Prozent) wäre dann wechselwillig, wenn sie die Möglichkeit hätte, in einer Branche zu arbeiten, für die sie sich begeistert.

Anzeichen wie Stillstand oder fehlende Begeisterung zeigen, dass es Zeit für den nächsten Karriereschritt ist.Vergrößern
Anzeichen wie Stillstand oder fehlende Begeisterung zeigen, dass es Zeit für den nächsten Karriereschritt ist.
Foto: contrastwerkstatt - Fotolia.com

Auch andere Motive beeinflussen die Jobentscheidung maßgeblich: Dazu zählen eine gute Arbeitsatmosphäre (19 Prozent), die Möglichkeit mit Menschen zusammenzuarbeiten, die man für ihre beruflichen Leistungen bewundert (12 Prozent), das Angebot für eine coole Marke zu arbeiten (elf Prozent) sowie eine moderne Bürogestaltung (zwei Prozent).

Rich Hein von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com kennt keine Erhebungen darüber, für wie viele Arbeitgeber ein IT-Experte im Laufe seines Arbeitslebens tätig ist. Für Hein ist jedoch klar: Manchmal ist es notwendig weiterzuziehen - sei es zur persönlichen Weiterentwicklung, aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen. Er nennt neun Anzeichen die darauf hindeuten, dass ein Jobwechsel angebracht ist:

1. Zahlungsschwierigkeiten

Vielleicht fällt einem auf, dass der Arbeitgeber seinen Dienstleistern ihr Geld nicht mehr pünktlich überweist oder die Aktie schwächelt. Summieren sich diese Vorfälle, könnte der eigene Job wackeln. Besonders, wenn das eigene Gehalt nicht mehr pünktlich auf dem Konto eintrifft. Spätestens dann sollten Arbeitnehmer ihren Lebenslauf aktualisieren und sich auf das Schlimmste gefasst machen, so Hein.

2. Kein Weiterbildungsangebot

Um ihre Talente zu halten, fördern viele Unternehmen gezielt Weiterentwicklungen und Fortbildungen. Stellt sich ein Arbeitgeber im Gegenzug bei solchen Wünschen völlig quer und ermöglicht keine Weiterbildungsmaßnahmen, scheint das Interesse an der Mitarbeiterentwicklung nur gering zu sein.

Kommunikation fehlt, Talente gehen

3. Leidenschaft fehlt

Nach der genannten Monster-Umfrage kommt für mehr als die Hälfte der Befragten ein Jobwechsel aus Leidenschaft in Frage. Fehlt das Feuer für den Beruf und man quält sich jeden Morgen ins Büro, sollte man über einen Wechsel nachdenken. Am ungeliebten Job festzuhalten, hilft weder dem eigenen Wohlbefinden noch der Karriere. Ernst sollte man zum Beispiel nehmen, wenn einem nachts Gedanken zum Job den Schlaf rauben.

4. Arbeitgeber nicht wettbewerbsfähig

Anzeichen für einen notwendigen Aufbruch können auch sein, wenn das Management zu wichtigen Fragen keine Stellung nimmt, die Produktpalette nicht mehr zeitgemäß ist oder die Wettbewerber deutlich bessere Leistungen anbieten. All dies sollte man als Hinweise darauf sehen, dass es Zeit für eine neue Aufgabe wird.

5. Kommunikation nimmt ab

Besonders in herausfordernden Zeiten neigen viele Unternehmen dazu, weniger zu kommunizieren. Anstatt schlechte Nachrichten transparent zu kommunizieren, sagen einige Arbeitgeber dann lieber gar nichts. Finden viele Meetings hinter verschlossenen Türen statt und schweigt der eigene Vorgesetzte zu den Entwicklungen, sollte man nachfragen und sich gegebenenfalls für einen Jobwechsel entscheiden.

6. Talente verlassen das Unternehmen

Aufmerksam hinsehen sollte man nach Meinung von Hein auch dann, wenn eine hohe Zahl der High Potentials den Arbeitgeber verlässt. Dass Talente weiterziehen, ist normal. Doch wenn sich dies häuft, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass ein Unternehmen nicht mehr so stark und wettbewerbsfähig ist, wie es einmal war.

7. Restrukturierungen

Auch Restrukturierungen nennt Hein von unserer amerikanischen Schwesterpublikation CIO.com als Anzeichen dafür, dass Unternehmen Probleme bei der Positionierung haben. Als Beispiele dafür nennt er, wenn der Vorgesetzte plötzlich ausgetauscht wird oder Kollegen beziehungsweise ganze Teams ohne nachvollziehbare Erklärung versetzt werden.

Keine Beförderung in Aussicht

8. Einstellungsstopp

Beobachtet man, dass Stellen die durch freiwillige Wechsel oder Entlassungen frei werden, vom Arbeitgeber nicht nachbesetzt werden, sieht Hein auch diese Entwicklung als Zeichen für mögliche finanzielle Probleme des Arbeitgebers. Schwierig gestaltet sich dies für die verbliebenen Mitarbeiter vor allem dann, wenn sie deshalb zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen. Auch in einem solchen Fall könnte es an der Zeit sein, sich nach etwas Neuem umzusehen.

9. Keine Beförderung

Wer in seiner derzeitigen Tätigkeit sein Bestes gibt aber nicht vorankommt und bei Beförderungen wiederholt übersehen wurde, sollte über einen Wechsel nachdenken. Besonders wenn der eigene Chef die Aufstiegswünsche kennt, aber anderen Mitarbeitern den Vorzug gibt, sollte man das als Zeichen für eine Veränderung sehen.

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