| Inhalt dieses Artikels: | |
| Hälfte der ITler vor dem Burnout | |
| Teams unter 5 Personen stressen | |
14.12.2012, von Christoph Lixenfeld
IT-Spezialisten sind noch verbrannter als die anderen Top-Burnout-Kandidaten Arzt, Richter und Altenpfleger, so das Ergebnis einer Studie der Uni Krems.
| Der Versuch, allem und allen gerecht zu werden, ist der sichere Weg in den Burnout. Foto: olly - Fotolia.com |
Burnout ist teuer: Dauert ein Ausfall durch Überarbeitung und Stress sechs Monate, dann summieren sich die Kosten für Arbeitgeber und Sozialsystem auf mehr als 60.000 Euro. Errechnet hat diese Zahl für Österreich – in Deutschland dürfte der Wert ähnlich sein – Diplomingenieur Tim Sturm im Rahmen seiner Master Thesis an der Donau-Universität im Österreichischen Krems. An der Studie mit dem Titel: "Burnout in der IT-Branche: Sind Reflexion, Coaching und Supervision wirksame Instrumente zur Prävention?" hatten 1155 ITler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilgenommen.
Mit erschreckendem Ergebnis: Bei 13 Prozent der Antwortenden deutet alles darauf hin, dass sie bereits unter einem Burnout leiden, 53 Prozent sind akut gefährdet. Seit Veröffentlichung der Ergebnisse an verschiedenen Stellen, so Sturm, hätten sich nochmal über 800 ITler gemeldet und ihre Erfahrungen mitgeteilt. Erkenntnis daraus: Es ist alles noch schlimmer.
Untersucht wurde auch, ob sich mit Supervision und Coaching Burnout-Symptome und Burnout-Gefährdung reduzieren lassen, ob externe Einflüsse die Burnout-Risiken senken und ob es einen Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsstruktur und Ausbrennen gibt.
Die Antwort zu erstgenanntem Aspekt lautet ja: Je mehr Reflexion, also Auseinandersetzung mit Stressfaktoren es gibt, desto geringer ist das Burnout-Risiko. Anders gesagt sind Coaching und Supervision extrem hilfreich. Interessant ist, dass allein schon jene, denen diese Begriffe vertraut sind, ein geringeres Risiko haben als andere.
Besonders wirkungsvoll ist eine selbst organisierte Reflexion des Problems. Naheliegende Erklärung: Wer selbst gegensteuert, bevor es zu spät ist, bleibt gesünder. Allerdings gaben nur etwa 13 Prozent der Teilnehmer an, dass sie die Möglichkeit zu Coaching und Supervision haben. Auch externe Faktoren spielen eine Rolle: Körperliche Gesundheit verringert den Stresslevel ebenso wie ein funktionierendes privates Netzwerk.
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