Personalverantwortung

Absolventen werden schnell Führungskräfte

13.03.2013, von

Etwa jeder dritte Absolvent von 2005 ist heute schon in einer Führungsposition. IT-Absolventen schaffen das nur unterdurchschnittlich, so eine HiS-Studie.

Der Chef ist erst 27? Gar nicht mal so ungewöhnlich. Die Hochschulforscher am HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) in Hannover haben die Absolventen von 2005 befragt, in welcher Position sie sich befinden und wie viel sie verdienen. Die Ergebnisse der Untersuchung "Bestand und Struktur akademischen Führungspersonals" geben für Informatik-Studenten ein erfreuliches Bild, was das Gehalt angeht. Aber gelangen ITler so schnell in Führungsposition? Wohl eher nicht.

In Führung

Jeder dritte FH-Absolvent hat eine Führungsposition inne, an der Uni nur jeder vierte.Vergrößern
Jeder dritte FH-Absolvent hat eine Führungsposition inne, an der Uni nur jeder vierte.
Foto: HIS: Forum Hochschule

Schon fünf Jahre nach ihrem Abschluss hat etwa jeder dritte FH-Absolvent und knapp jeder vierte Uni-Absolvent eine Führungsposition mit Personalverantwortung inne. Damit haben schon viele Personalverantwortung noch vor der "30" übernommen. Bedauerlicherweise gibt es nach wie vor bedeutende Geschlechts-spezifische Unterschiede. Nur bei Informatikern und Ingenieuren fallen diese Unterschiede geringer aus. Woran das liegt, darauf hat die Studie allerdings keine Antwort. Insgesamt "haben Frauen noch immer deutlich schlechtere Chancen auf Leitungspositionen als Männer", heißt es in der Studie.

Die Forscher unterscheiden zwischen FH und Uni-Absolventen, wobei auffällt, dass FH-Absolventen im Vergleich etwas schlechter dastehen. Traditionelle Universitäts- und FH-ITler haben fünf Jahre nach ihrem Diplom zu 33 Prozent eine Führungsposition inne. Im Schnitt sind es 29 Prozent der Universitäts-Absolventen und 37 Prozent der FH-Studenten. Unterdurchschnittlich sind Informatiker in der obersten Führungsebene vertreten: Vier Prozent der ITler schaffen es nach nur fünf Jahren auf die oberste Position, im Schnitt sind es sechs Prozent.

Unterm Strich

Allerdings hält die Statistik auch eine schlechte Nachricht für Informatiker bereit - wenn man genauer hinschaut. Traditionell liegen hier die Wirtschaftswissenschaftler, was Führungspositionen angeht, weit vorn. Auf der zweiten Führungsebene liegen die ITler dann über dem Schnitt: 22 Prozent der Uni-Absolventen und 28 Prozent der FH-Absolventen erreichen eine solche Position, im Schnitt 17 Prozent (Universität) und 24 Prozent (FH).

Bei genauerem Hinsehen offenbart die Statistik: Bereinigt man sie um die obersten und untersten Ausschläge, sind die Informatiker, was Führungspositionen angeht, eher noch etwas unter dem Schnitt. Rechnet man Lehrer heraus, haben zum Beispiel Mediziner, Psychologen und Pädagogen noch schlechtere Karten. Da haben viele andere Absolventen deutlich bessere Chancen auf eine Führungsposition. Aber es gibt auch gute Nachrichten für Informatiker.

Jakob Bauer - 02.04.2013 12:17
Informatikern, obwohl sie nicht selten einen besseren Überblick über das Unternehmen und deren Prozesse haben als ihre Kollegen aus der Fachabeilung haben keinerlei Chancen auf eine echte Karriere als Führungskraft. Ganz zu schweigen von Prokura und Geschäftsführung o.ä. So gut wie gar nicht finden sich ein Informatiker im Vorstand. Da kommen meist nur BWLer oder Juristen zum Zug. Wer Karriere im Sinne von Position und Status machen will darf nicht Informatik studieren.
Weitere Inhalte zu:
IT-Absolventen, Führungsposition, Frauen, Gehalt, Personalverantwortung