Gefahr der Isolation

Karriereknick im Home Office?

03.05.2013, von

Jeweils drei Viertel der Berufstätigen arbeiten auch zu Hause und sind über Smartphone, Tablet und andere Geräte ständig erreichbar. Der BITKOM warnt in einer Studie vor Isolation und Karriere-Knick im Home Office.

BITKOM-Präsident Dieter Kempf: "Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen."Vergrößern
BITKOM-Präsident Dieter Kempf: "Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen."
Foto: Bitkom

Beim Arbeiten in der digitalen Welt herrscht Laissez-faire vor. Bekanntlich findet sie häufig im Home Office und mit mobilen Endgeräten statt. In mehr als 60 Prozent alle Firmen gibt es dabei aber keine Vorgaben zur Erreichbarkeit der Mitarbeiter. Das geht aus einer Studie des IT-Branchenverbandes BITKOM hervor, für die das Meinungsforschungsinstitut Aris 505 Erwerbstätige und 854 Personalverantwortliche von Unternehmen befragte.

"Feste Arbeitszeiten und ortsgebundene Arbeitsplätze sind dank neuer Technologien für viele Büro-Jobs nicht mehr zeitgemäß", kommentiert BITKOM-Präsident Dieter Kempf. Gleichwohl geht Kempf die weit verbreitete Regellosigkeit zu weit: "Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klare Vereinbarungen über Arbeitszeiten und Erreichbarkeit treffen."

79 Prozent der Befragten arbeiten laut Studie mit mobilen Endgeräten. Hoch ist inzwischen auch der Grad an Konsumerisierung. 71 Prozent nutzen für ihre tägliche Arbeit privat angeschaffte Geräte. Bei etwa jedem Dritten handelt es sich dabei um ein Notebook, den eigenen PC und/oder ein nicht smartes Handy. Ein Fünftel arbeitet auch mit dem privaten Smartphone, 8 Prozent tun dies mit einem eigenen Tablet.

Der Arbeitgeber stellt 59 Prozent der Befragten einen stationären Computer zu Verfügung, jedem Fünften ein Notebook. Zwischen diesen mittlerweile klassischen Devices und mobilen Endgeräten der jungen Generation geht die Schere aber eklatant auseinander. Nur jeder Zehnte Mitarbeiter kann ein Firmen-Smartphone nutzen. Sogar nur 3 Prozent arbeiten mit einem unternehmenseigenen Tablet.

Anna-Maria Holdenried - 05.05.2013 09:12
Sehr gute und notwendige Betrachtung - danke! Meine Meinung dazu als 'well balanced' Office- und Homeoffice Workerin jedoch ist, dass der verantwortungsbewusste und emanzipierte Mitarbeiter sehr gut zu steuern weiss, wann es für ihn angebracht ist zuhause und wann im Büro zu arbeiten. Die angestrebte Lösung ist sicher nicht ausschliesslich das eine oder das andere zu tun. Doch der Appell gilt in erster Linie den Unternehmen ihre Mitarbeiter zur Eigensteuerung und Emanzipation bzgl. der Entscheidung für den jeweilig besten Arbeitsplatz zu verhelfen. Sie sollten ihm das Optimum an Flexiblität- und Vereinfachung in der Kommunikation- und Kollaboration bieten. Und die Praxis zeigt: klar vereinbarte Kontaktierungszeiten werden akzeptiert und eingehalten - auch bei der Arbeit über Zeitzonen hinweg.
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