Wer was verdient

Informatiker in Hessen müsste man sein

06.05.2013, von

Kriterien wie Abschluss, Jobwahl und Firmengröße wirken sich auf das Einkommen aus. Besonders lukrativ: Wer mehr als einhundert Angestellte führt, erhöht sein Gehalt um bis zu 190 Prozent.

Die Online-Gehaltsdatenbank Gehalt.de hat die entscheidenden Einflussgrößen auf das Gehalt ausgewertet.Vergrößern
Die Online-Gehaltsdatenbank Gehalt.de hat die entscheidenden Einflussgrößen auf das Gehalt ausgewertet.
Foto: Gehalt.de

Mehr als 274.000 Datensätze hat die Online-Gehaltsdatenbank Gehalt.de ausgewertet, um die entscheidenden Einflussgrößen auf das Einkommen zu identifizieren. Dabei wurde untersucht, wie sich die Faktoren Nachfrage, Firmengröße, Region, Branche, Erfahrung und Führungsverantwortung auf das Gehalt auswirken.

Die nachgefragten Bereiche sorgen nicht für Überraschungen. Wer sich im Beruf mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beschäftigt, erzielt ein vergleichsweise attraktiveres Gehalt. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Ingenieurs liegt bei bis zu 58.180 Euro. Ein Programmierer verdient im Durchschnitt 52.438 Euro.

Auch beim Faktor Firmengröße gibt es Unterschiede. Ganz allgemein kann man sagen: Je größer das Unternehmen, umso höher das Gehalt. Besonders stark macht sich das bei Arbeitgebern mit mehr als 500 Mitarbeitern bemerkbar. Dort können Angestellte ein um bis zu 50 Prozent höheres Einkommen erzielen. In der Auswertung von Gehalt.de liegt das durchschnittliche Jahresgehalt eines Angestellten in einem Unternehmen mit maximal 100 Mitarbeitern bei knapp 35.000 Euro. Bei mehr als 500 Mitarbeitern klettert es auf mehr als 52.000 Euro.

Überregional liegt das Durchschnittsjahresgehalt in Deutschland bei 43.145 Euro. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt werden Angestellte in Hessen mit zehn Prozent, in Baden-Württemberg mit neun Prozent und in Bayern mit acht Prozent mehr Gehalt bezahlt. Arbeitnehmer in Hamburg erhalten sieben Prozent mehr.

Akademiker verdienen im Schnitt 20 Prozent mehr als Angestellte, die kein Studium absolviert haben. Doch auch unter den Hochschulabsolventen gibt es Unterschiede. Denn wer ein Master- oder Diplom-Studium abgeschlossen hat, verdient mit durchschnittlich knapp 57.000 Euro rund zwölf Prozent mehr als Absolventen mit einem Bachelor- oder FH-Diplom (rund 50.000 Euro).

Automatische Gehaltserhöhung im Alter bleibt Ausnahme

Das höchste Jahresgehalt nach Branchen - rund 61.000 Euro - erzielen Angestellte im Bankenbereich. Überdurchschnittliche Verdienste erreichen auch Beschäftigte in der Pharma- und Luftfahrtindustrie, in der Unternehmensberatung und in der Telekommunikation mit Durchschnittsgehältern zwischen 54.865 und 58.844 Euro.

Automatische Gehaltserhöhungen aufgrund des Alters seien gerade in wirtschaftlich ungünstigen Zeiten eher die Ausnahme, heißt es in der Auswertung von Gehalt.de. Es kommt besonders darauf an, beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber gut zu verhandeln. Denn Gehaltszuwächse in höhere Dimensionen werden immer auch auf Basis des Einstiegsgehalts bei diesem Unternehmen gesehen. Bei 30-Jährigen liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 40.000 Euro, bei 40-Jährigen bei 50.000 Euro, bei 50-Jährigen klettert es auf knapp 60.000 Euro.

Die deutlichsten Einkommenszuwächse erreicht man durch die Übernahme von Führungsverantwortung. Wer Personalverantwortung für ein bis drei Mitarbeiter trägt, kann bis zu 75 Prozent mehr als seine Teammitglieder verdienen (rund 75.000 Euro jährlich). Chefs mit neun bis 15 Mitarbeitern, bekommen 111 Prozent mehr als die Kollegen ohne Personalverantwortung (91.234 Euro). Trägt man Verantwortung für mehr als einhundert Angestellte, erhöht man sein Gehalt um bis zu 190 Prozent auf 127.500 Euro.

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