Zu hohe Ansprüche und nicht teamfähig

Karriere-Sackgasse Perfektionismus

29.09.2009, von Alexandra Mesmer

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Perfektionisten haben es im Berufsleben häufig schwer. Expertinnen geben Tipps für geläuterte Perfektionisten und vermitteln Chaoten ein gesundes Maß an Perfektionismus.

Das Problem mit den Perfektionisten ist allerdings, dass sie kaum mit Fehlern umgehen können.Vergrößern
Das Problem mit den Perfektionisten ist allerdings, dass sie kaum mit Fehlern umgehen können.
Foto: Fotolia.com/CW

Beim ersten Hinsehen sind Perfektionisten doch eigentlich die idealen Mitarbeiter für jedes Unternehmen. Sie fühlen sich für den Erfolg ihres Tuns verantwortlich und streben stets nach überdurchschnittlichen Leistungen. Lieber schieben sie eine Nachtschicht, bevor sie einen Zusatzauftrag ablehnen. Das Problem mit den Perfektionisten ist allerdings, dass sie kaum mit Fehlern umgehen können. Wenn sie an ihren eigenen Zielvorgaben knapp vorbeischrammen, werten sie das als totales Versagen. Im Team können sie auch nicht arbeiten, weil sie am liebsten alles selbst erledigen.

Perfektionisten sind unzufrieden

Perfektionisten machen am liebsten alles selbst.Vergrößern
Perfektionisten machen am liebsten alles selbst.
Foto: MEV Verlag

Weil sie so hart mit sich umgehen, sind Perfektionisten schneller gestresst und unzufrieden als ihre Kollegen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie schlecht delegieren können. Deshalb erledigen sie oft Dinge selbst, die sie eigentlich nicht selbst erledigen müssten. Wenn Perfektionisten sich in Kleinkram verzetteln, verlieren sie außerdem häufig das Wesentliche aus den Augen. Bei Fristen geraten sie schnell unter Termindruck, weil sie sich in zu vielen Aufgaben verzetteln.

Perfektionisten vermitteln den Anschein, dass sie ihre Arbeit nicht oder nur unter einem erheblichen Mehraufwand schaffen. Deshalb empfehlen sie sich selten für den beruflichen Aufstieg. IBM sprach für eine Studie mit 1000 Beschäftigten und fand heraus: Beim beruflichen Aufstieg helfen vor allem eine souveräne Ausstrahlung und der Bekanntheitsgrad im Unternehmen. Die Qualität der eigenen Arbeit macht gerade mal einen Anteil von zehn Prozent aus.

Raus aus der Perfektionismusfalle

Die Management-Trainerin Irene Becker und die PR-Beraterin Jutta Meyer-Kles waren selbst jahrelang Perfektionistinnen. Dann kamen Sie an einen Punkt, an dem sie eingesehen haben, dass das Streben nach Perfektion nur zu Stress und Unzufriedenheit führt. Ihr Buch "Lieber schlampig glücklich als ordentlich gestresst" (Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2004) zeigt nachvollziehbare Wege aus der Perfektionismusfalle auf. Ein besonderes Augenmerk richten die beiden Autorinnen dabei auf Frauen. Denn diese würden zu übersteigerten Ansprüchen an sich selbst und an ihre Arbeit neigen.

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