| Inhalt dieses Artikels: | |
| Schlechte Führung macht Mitarbeiter krank | |
| Messbarer Gewinn durch menschlichen Kontakt | |
| Der richtige Führungsstil | |
26.10.2009, von Harald Stummer
Wenn Führungskräfte keinen direkten Kontakt zu ihren Mitarbeitern haben, verschlechtern sich Motivation und Gesundheit der Arbeiter – die Zahl ihrer Fehltage erhöht sich. Das ergab eine Studie in einer Autofabrik. Das Unternehmen setzte auf eine zahlenorientierte Steuerung, nicht auf menschlichen Kontakt.
| Automechaniker: Können Gespräche von Mensch zu Mensch helfen, krankheitsbedingte Fehltage zu reduzieren? |
Sprechen Manager über die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, geht es meist um Dinge wie Arbeitssicherheit, Betriebssport oder eine gesündere Ernährung. Ihr eigenes Verhalten blenden sie fast immer aus.
Ob zu Recht oder zu Unrecht, wollten wir herausfinden. Daher haben wir in einem Automobilwerk mit knapp 2700 festen Mitarbeitern untersucht, wie sich Führungsstile auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Das Ergebnis war eindeutig: Eine wenig berechenbare Führung ohne direkten Kontakt zum Vorgesetzten verschlechtert das Wohlbefinden der Angestellten und Arbeiter und erhöht die Zahl der Fehltage.
In der untersuchten Autofabrik hatte dies klare ökonomische Folgen. In dem Werk lag der Krankenstand um knapp 2 Prozentpunkte über dem Branchendurchschnitt. Die Arbeitnehmer fehlten damit im Durchschnitt vier Tage mehr als ihre Kollegen in Unternehmen der Konkurrenz. Ein Tag Abwesenheit kostet den Automobilkonzern rund 300 Euro pro Arbeiter. Multipliziert mit der Belegschaftsgröße ergibt dies einen Millionenbetrag zusätzlicher Kosten pro Jahr.
Nach durchschnittlich vier Jahren Betriebszugehörigkeit gaben die Mitarbeiter an, sich nicht mehr gesund zu fühlen - unabhängig von ihrem Lebensalter. Wie erklärt sich dieser erschreckende Befund? Um dies herauszufinden, haben wir Führungskräfte, den Betriebsrat und den Arbeitsmedizinischen Dienst interviewt. Zusätzlich haben wir die Arbeiter bei ihren Tätigkeiten beobachtet und mehrere Hundert von ihnen befragt.
Foto: Harvard Businessmanager |
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