Lästern in Social Media

Mitarbeiter reden eigene Firma schlecht

17.12.2010, von Werner Kurzlechner

Dennoch weisen die Resultate in eine klare Richtung: Weltweit stehen dem guten Viertel der Fürsprecher insgesamt 49 Prozent gegenüber, die sich tendenziell negativ über ihre Firma äußern. 29 Prozent verhalten sich alles in allem neutral.

Franzosen machen am meisten madig

Betrachtet man nur die Äußerungen über Produkte des eigenen Arbeitgebers, fällt regional vor allem der Graben zwischen Nordamerika und Europa auf. In den USA und Kanada preisen 32 Prozent die Produkte ihrer Arbeitgeber an, 44 Prozent beziehungsweise 41 Prozent äußern sich eher abfällig. Das hebt den Schnitt gegenüber den deutlich negativeren Europäern.

Die Deutschen sind keinesfalls die größten Miesmacher.Vergrößern
Die Deutschen sind keinesfalls die größten Miesmacher.
Foto: Ogerepus - Fotolia.com

Hier erweisen sich die Deutschen mit 49 Prozent an Kritikern und 22 Prozent an Promotern übrigens keineswegs als die größten Miesmacher. Briten mit 53 und 25 Prozent sind schlimmer, am schlimmsten aber die Franzosen mit 64 und 16 Prozent. Fragt man nach den Äußerungen über das Arbeitsbedingungen und -klima, ergibt sich ein ähnliches Bild.

Auch beim Blick auf die Hierarchie ergibt sich ein klares Muster. Eigentümer und CEOs äußern sich zu 56 Prozent positiv und zu 24 Prozent. In nahezu perfekter Weise verkehrt sich das Bild, je weiter man auf den Stufen des Unternehmens herabsteigt. Einfache Mitarbeiter – Voraussetzung ist in der Studie ein täglicher PC- oder Smartphone-Gebrauch – zeigen sich nur noch zu 22 Prozent als Fürsprecher, aber zu 55 Prozent als Lästermäuler.

Forrester dröselt die Untersuchung auch noch in Fachgebiete auf. In Europa hat dabei alleine das oberste Management hinsichtlich der Äußerungen über eigene Produkte und Dienstleistungen einen positiven Wert. Aber sogar diese Gruppe hinterlässt gegenüber an einem Job interessierten Fachkräften einen schlechten Eindruck. Schaut man auf den Rest, zeigen sich Personal- und Verkaufsabteilungen sowie Ingenieure und Finanzexperten noch am wenigsten abschreckend. Die IT-Abteilung verhält sich durchschnittlich, während Marketingleute die schlimmsten Feinde im eigenen Haus sind.

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