5 Ratschläge für CIOs

Social Natives stellen Orga auf den Kopf

08.08.2012, von Michael Ruckel

Social Natives folgen auf Digital Natives. Sie verarbeiten und filtern Informationen fundamental anders als früher. Die Folgen für Unternehmen und den CIO erläutert Michael Ruckel von Capgemini in seiner Kolumne.

Michael Ruckel ist Berater und Social-Media-Experte bei Capgemini.Vergrößern
Michael Ruckel ist Berater und Social-Media-Experte bei Capgemini.
Foto: Capgemini

Die Digital Natives sind gerade in aller Munde. Gemeint ist die erste Generation, die von klein auf mit den Technologien des digitalen Zeitalters aufgewachsen ist. Computer, die ständige Verfügbarkeit von Internet, Mobiltelefone und E-Mails haben diese Generation von Geburt an geprägt und einen spürbaren Einfluss auf das soziale Zusammenleben der Menschen ausgeübt, angefangen bei der Geschwindigkeit der Kommunikation bis hin zur Verfügbarkeit.

Aber mit den Social Natives steht schon die nächste Generation in den Startlöchern, die Social Media, Smartphones und Tablets selbstverständlich und intuitiv nutzt. Sie wachsen nicht nur mit neuen digitalen Technologien auf, sondern mit der immer verfügbaren Vernetzung. Dementsprechend sind sie ständig online und in sozialen Netzwerken aktiv. Die Art und Weise, wie sie Informationen aufnehmen, verarbeiten, filtern und weitergeben, hat sich im Vergleich zu früher fundamental verändert.

Zudem werden sie mit ihrer Eigenständigkeit und ihrer Erwartungshaltung an den Arbeitgeber, unter anderem bezüglich der Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Art und Weise zu arbeiten, die Organisationen auf den Kopf stellen. Diese soziale Dimension, angetrieben durch gesellschaftliche Veränderungen, kommt immer stärker zum Tragen. Für die Social Natives ist somit die komplette Vernetzung selbstverständlich - technisch und sozial.

Viele verschiedene Generationen im Unternehmen

Nur Digital Natives und Social Natives zu vergleichen würde der Generationenproblematik jedoch nicht gerecht. Schließlich treffen die neuen Generationen nicht auf eine homogene Masse von "Älteren", sondern auf mehrere unterschiedliche Generationen, die ihrerseits vor Jahren die Unternehmenskultur verändert haben. Sie alle sind durch unterschiedliche Lebensweisen, Denkmuster und Kommunikationsgewohnheiten geprägt. Zudem lässt sich feststellen, dass die Grenzen zwischen den Generationen verschwimmen, weil sich Gesellschaft und Technologie immer schneller weiterentwickeln und vernetzen.

Jörg G. Beyer - 13.08.2012 10:58
Sehr geehrter Herr Ruckel, da sind wir einer Meinung. Deswegen bin ich überzeugt von kurzen Mindestlaufzeiten und schnellen Implementierungen. Nur dann bleibt die Flexibilität der Unternehmen gewährleistet. Die Aufgaben des CIO verändern sich dadurch natürlich. Er muss strategischer denken und darf keinen Trend verpassen. Seine Rolle kann er aber nur wahrnehmen, wenn er mit seinen Mitarbeitern in ständigem Austausch steht. Das ist nur mit einem Enterprise 2.0 Ansatz möglich. Viele Grüße Jörg Beyer
Michael Ruckel - 10.08.2012 16:29
Sehr geehrter Herr Beyer, den CIO zum Moderator des Wandels zu machen finde ich einen interessanten Ansatz. Die größte Herausforderung für den CIO bei dieser Art von Tools ist, mit der Kurzlebigkeit umzugehen. Es gibt heute schon eine große Anzahl von Tools, die monatlich, fast wöchentlich weiterentwickelt werden. Auch neue Technologien sprießen wie Pilze aus dem Boden. Da sind lange Evaluierungsphasen fehl am Platze. Sie lähmen sogar die IT und fördern den Wildwuchs getrieben durch die Fachabteilungen - schnelle, flexible und gut integrierbare Lösungen sind gefragt und wenn ein Tool irgendwann überholt ist, wird es wieder entsorgt und ein neues eingeführt. Genau das muss die IT verstehen und dementsprechend handeln. Viele Grüße, Michael Ruckel
Michael Ruckel - 10.08.2012 16:27
Sehr geehrter Herr Renfer – gerne hier und auf dem Digital Transformation Blog von Capgemini Consulting (http://www.de.capgemini.com/digitalblog). Dort gibt es zu diesem Thema noch weitere Beiträge. Ich glaube, wir stehen erst am Anfang der Diskussion und es gibt viele Aspekte, über die bislang noch wenig geschrieben wurde. Ich würde mich freuen, Sie dort zu treffen und mit Ihnen weiter zu diskutieren! Viele Grüße, Michael Ruckel
Michael Ruckel - 10.08.2012 16:24
Sehr geehrte Herr Miksa, vielen Dank für ihren Kommentar und die interessanten Ergänzungen. Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass der Wandel nicht nur auf der technologischen Seite erfolgt, sondern die eigentlichen Use Cases aus den Fachabteilungen kommen, unterstützt von einer nachhaltigen Veränderung der Unternehmenskultur. Gerade auf Seiten der Fachabteilungen findet ein Umdenken zu mehr Digitalisierung und Vernetzung statt, was wir von Capgemini Consulting im Rahmen unserer Digital Transformation Studie in Zusammenarbeit mit dem MIT analysiert haben (http://www.de.capgemini-consulting.com/transform/digitaltransformation/). Der CIO sollte auf jeden Fall die Initiative ergreifen, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und wie Herr Beyer in seinem Kommentar vorschlägt, zum Moderator des Wandels werden! Viele Grüße, Michael Ruckel
Jörg G. Beyer - 09.08.2012 09:09
Guter Artikel, der Begriff „social natives“ ist schick gewählt. Ich denke auch, dass die Vorteile von sozialen Technologien unbestreitbar sind und sich diese Tools deswegen mit Sicherheit durchsetzen. Diese Änderung muss man annehmen. Mein Vorschlag ist dabei: auf den technologischen Wandel mit technologischem Wandel reagieren! Wenn Mitarbeiter nun anfangen sich zu vernetzen, muss der CIO dafür sorgen, dass sie sich auch mit ihm vernetzen. Wenn sie cloud Lösungen wollen, dann muss er Ihnen eine Möglichkeit schaffen, dies in Einklang mit der IT Strategie zu tun. Und wie soll er das tun? Genau mit den Technologien, die so viele Vorteile bringen: Mit sozialer Vernetzung. Wenn die IT es schafft, dass die Merhheit der Mitarbeiter den CIO immer auf dem Laufenden halten, wo welche Applikation angewendet wird, dann kann er der Moderator des Wandels werden. Es ist nun über die neuen Technologien endlich möglich, solche Kommunikation zu führen. Dafür braucht man schlanke und offene Tools. Diese bereitzustellen ist nun auch die Aufgabe von Softwareentwicklern. Viele Grüße Jörg G. Beyer
Jurgen Renfer - 08.08.2012 18:04
Sehr geehrter Herr Ruckel, Sie Regen eine spannende Diskussion an. Gerne bringe ich mit in die Thematik mit ein, denn hier ist nach meiner aktuellen Erfahrung viel mehr ICT-/CIO-Potential zu erwarten als in den klassisch diskutierten Disziplinen wie Servicemanagement und dergleichen mehr. Wo möchten Sie die Diskussion weiterführen: Plattform, Blog, Konferenz, ...? Mit freundlichen Grüßen Jürgen Renfer
Tim Miksa - 08.08.2012 15:04
Schöner Artikel! Bei den Veränderungen stimme ich zu. Bei den Maßnahmen möchte ich jedoch ein paar Anmerkungen ergänzen: 1. Es handelt sich nicht um klassisches Change Management sondern um eine Transformation bei der eben noch nicht klar ist, wo die Reise hinführt (http://bit.ly/NnLaL4). 2. Die engere Beziehung zu den Fachabteilungen ist sicherlich hilfreich. Um einen Business Impact zu erhalten, muss die soziale Vernetzung abteilungsübergreifend funktionieren. Daher sind die Use Cases von den Fachabteilungen gemeinsam zu erarbeiten. 3. Wichtigste Maßnahme: Die Erkenntnis seitens des CIO, dass er nur verlieren kann, wenn er versucht, sich mit dem Thema im Alleingang zu profilieren. Er hat im Hinblick auf die operative technische Umsetzung zwar ein Schlüsselrolle. Der Erfolg der sozialen Vernetzung im Unternehmen hängt aber primär von der zukünftigen Unternehmens- und Führungskultur ab (More Social less Media: http://bit.ly/OZkwLQ). Daher kommt dem CIO auch die Rolle zu, beim Management und Vorstand diese notwendige Wahrnehmung zu erzeugen und dort den strategischen Sponsor für den Arbeitsplatz der Zukunft zu finden.
Weitere Inhalte zu:
Technologien, Social Natives, Digital Natives, Vernetzung, Smartphones
Newsletter von CIO.de
CIO-Netzwerk
CIO Exklusiv
CIO Exklusiv Blackberry
Wirtschaftsmeldungen
Karriere
IT Security
Stellenmarkt
Mobile IT
Healthcare IT
Public IT
Retail IT
Finance Forum
IT-Berater
Cloud Computing
SAP
Whitepaper
Worldnews

UMFRAGE
Welches Betriebssystem läuft auf Ihrem Smartphone?
Apple iOS
Android
Blackberry OS
Windows Phone
anderes Betriebssystem
» Abstimmen

SERVICE