Elite-Report

Neue Deutsche Welle - Die neue Generation der Firmenlenker

25.06.2007
Von Eva Müller und Klaus Werle

Seine Altersgruppe lege keinen Wert auf Statussymbole, wolle sich nicht von den Beschäftigten abgrenzen. "Wir holen die Mitarbeiter ins Boot, wir wollen kein Herrschaftswissen horten oder einsame Entscheidungen treffen", beschreibt der Kaufmann seinen kooperativen Management-Stil.

"Wir hören auf unsere Leute", formuliert Daniel Szmigiel (31) den Team-Geist seiner Altersklasse. Der Geschäftsführer und Gründer der Firma Trekstor, die im südhessischen Lorsch MP3-Spieler und Festplatten fertigt, glaubt fest, dass "wir ohne die Kreativität und das penible Qualitätsbewusstsein unserer 120 Mitarbeiter niemals zum Marktführer in Deutschland aufgestiegen wären". Um die Motivation seiner Truppe aufrechtzuerhalten, sorgt Szmigiel für einen fröhlichen Umgangston. Man duzt sich, jeder Vorschlag werde ernst genommen, Fehler als Erfahrung und nicht als Katastrophe verbucht.

Offen, locker, uneitel - so wie sich Szmigiel darstellt, charakterisiert auch Tiemo Kracht, Geschäftsführer der Personalberatung Kienbaum, die nächste Generation im Topmanagement. "Die jungen Manager definieren sich nicht über Hierarchien, sondern über Leistung und Inhalte", sagt Kracht, "sie sind extrem gut ausgebildet und haben auch mit Ende 30 noch eine außerordentliche Lernbereitschaft und Neugier."

Ihre entspannte Flexibilität werden die jungen Führungskräfte in die noch immer konservativen Chefetagen mitnehmen - und genau mit diesem unkonventionellen Verhalten ihre Unternehmen im globalen Wettbewerb an die Spitze lenken. Die international erfahrene Garde - die Hälfte hat laut manager-magazin-Umfrage einen Teil der Ausbildung und der ersten Berufsjahre im Ausland verbracht - vernetzt auf tolerante und kulturell sensible Art Mitarbeiter, Kunden oder Partner in aller Welt.

Martina Hermenau (36) zum Beispiel leitet als Projekt-Managerin bei Lufthansa Systems ein 25-köpfiges europaweit verstreutes Team. "Die Zusammenarbeit funktioniert nur mit viel Feingefühl für die unterschiedlichen nationalen Mentalitäten", weiß die Informatikerin. Dank Kommunikationstalent und Sozialkompetenz gelinge ihr die Anpassung an die Diversität aber ziemlich gut - und Spaß habe sie an der weltweiten Kooperation ohnehin.

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