Richtig führen

Die Manager-Klone

09.06.2008, von Klaus Werle

Das System reproduziert sich selbst - auch dank der mythischen Verve, mit der Berater und MBAler lernen, sich zu verkaufen. Mit feingetunten Lebensläufen, hochprofessionellen Karrieremessen an den Schulen und den virtuosen Netzwerkerkünsten der neuen transatlantischen Elite, deren Mitglieder nach zwei Monaten in der Firma schon mit mehr Entscheidern lunchen waren als ein stoffeliger Ingenieur nach drei Jahren.

Die richtige Antwort auf die Globalisierung, glaubt Stephan A. Jansen, wäre eine breitere Ausbildung, die sich in einen interdisziplinären Kontext von Soziologie, Politik, Naturwissenschaft und sozialen Trends einordnet und Managen als Handeln in kaum zu berechnender Komplexität begreift. "Stattdessen erleben wir eine Berufsakademisierung, formelhaftes Multiple-Choice-Wissen, dessen globales Abbild der MBA ist."

Auf lange Sicht aber birgt das omnipräsente Anwenden von Kennzahlen und Portfoliomatrix eine überraschende Ironie, glaubt Reinhard Sprenger: "Es ist wie beim Fußball: Wenn alle das gleiche System spielen, ist das System wertlos. Dann kommt es wieder auf die Individualisten an."

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