E-Mail

Zero-Mail-Policy

Atos will E-Mails abschaffen

12.12.2011, von

Andere Reaktionen auf Bretons Vorschlag fallen deutlich kritischer aus: Richi Jennings von unserer amerikanischen Schwesterpublikation Computerworld vermutet hinter der Ankündigung der "Zero-Mail-Policy" eine PR-Aktion. Denn der IT-Dienstleister hat sicherlich ein Interesse daran, eigene Lösungen als E-Mail-Alternativen ins Gespräch zu bringen. Doch auch wenn es keine PR wäre, hält er den Plan für eine "dumme Idee". Denn wenn viele unnötige E-Mails verschickt werden, würden in einem neuen Tool dort viele unnötige Nachrichten versendet werden.

Für Jennings wäre das Problem damit nicht gelöst, es würde nur auf ein anderes Tool verlagert. Deshalb sollte man seiner Meinung nach lieber daran arbeiten, E-Mails effektiver zu nutzen, als sie komplett zu verbieten.

Kritik an der Zero-Mail-Policy

Auch Jürgen Vielmeier von Basic Thinking kritisiert in einem Blogeintrag Bretons "Zero-Mail-Policy". Er schreibt von einer Ruhe dank der E-Mail: "Alle akustischen oder optischen Benachrichtigungsfunktionen in Outlook längst abgeschaltet, alle Instant Messenger geschlossen, das Smartphone auf leise gestellt und bei Facebook ausgeloggt, ist die Ruhe mittlerweile himmlisch", so Vielmeier. Er betont die Vorteile von E-Mails: "E-Mail gibt mir die Ruhe, nicht alles sofort entscheiden zu müssen, wie am Telefon oder im Chat, sondern erst einmal eine Weile darüber nachdenken zu können", schreibt Vielmeier.

Wer sich täglich über die zahlreichen E-Mails im Posteingang ärgert, kann selbst aktiv werden, die Flut von Nachrichten zu reduzieren. Wie das geht, zeigt beispielsweise der Produktivitätsblog businesslifehack im Beitrag "Inbox-Chaos! Oder wie du bereits diese Woche deine Flut von Emails bewältigst?!" Zu den Ratschlägen gehört unter anderem, die Benachrichtigung beim Eingang neuer Nachrichten abzuschalten, keine E-Mails in Kopie zu versenden und für ähnliche Anfragen E-Mail-Templates zu nutzen, um die eigene Produktivität weiter zu steigern.

Auch die Analysten von PAC haben auf Bretons "Zero-Mail Policy" reagiert und geben Tipps für einen produktiveren Umgang mit Mails. Sie raten unter anderem, in Meetings klar aufzuteilen, wer welche Aufgaben übernimmt. So verhindert man, dass später per Mail Aufgaben hin- und hergeschoben werden. Das gilt auch über Meetings hinaus: Wer seine Aufgabe genau kennt, stellt weniger Fragen und schreibt so auch weniger E-Mails.

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