Apple

Neues iOS 5 und iCloud

Apple gehen die Innovationen aus

07.06.2011, von

Wenn Apple zu einer Keynote lädt, dann erwartet man revolutionäre Ankündigungen oder eine spektakuläre Show. Letztere war gegeben. Die Innovationen fehlten.

Am 6. Juni war es wieder so weit, Apple lud zur Hausmesse WWDC um dort neue Produkte vorzustellen - oder vielmehr Updates für Bestehende anzukündigen. Dabei waren die Neuigkeiten eigentlich schon vorher klar: Es wird über das nächst Update für Mac OS gesprochen (Codename Lion), einen Cloud-basierten Dienst (Codename iCloud) und über das nächste Update für iPhone, iPad und iPod.

200 neue Funktionen soll iOS 5 mitbringen. Die meisten davon stecken unter der Haube, lediglich einige Bereiche hebt Apple besonders hervor. Apple bringt mit dem nächsten Update endlich eine Notiz- und ToDo-Applikation nativ in iOS. Diese geht so weit, dass man sich abhängig von der jeweiligen Position des Gerätes an einzelne Posten erinnern kann und gleicht die Daten über die iCloud ab (dazu später mehr).

Ansonsten besticht das Update vor allem durch Verbesserungen: Die Kurznachrichten-App iMessage wird Bestandteil der normalen Nachrichten und soll künftig auch Multimedia-Inhalte unterstützen - eine mögliche Alternative zu MMS-Nachrichten. Hier zeigen sich Parallelen zu populären Apps wie WhatsApp oder dem BlackBerry Messenger. Interessant wäre es, wenn die App einen Desktop-Client erhält, dazu gibt es allerdings noch keine Informationen.

Das populäre Benachrichtigungssystem wurde ebenfalls überarbeitet. Künftig lässt sich ein Notification-Center vom oberen Bildschirmrand herunterziehen, dort sind alle Benachrichtigungen an einem Ort aufgeführt. Ein ähnliches Konzept kommt bereits bei Android und im BlackBerry Playbook zum Einsatz.

Kameranutzer erhalten mit dem Update schnelleren Zugriff auf die Foto-Funktion: Selbst wenn das Smartphone gesperrt ist, kann man mit einem Knopfdruck neben dem Unlock-Slider direkt die Kamera aufrufen - ein Druck auf die "Lauter"-Taste nimmt anschließend das Bild auf. Die Fotos selbst kann man mit neuen Funktionen bearbeiten - unter anderem gibt es eine Funktion zum entfernen roter Augen.

Endlich zieht auch Apple mit Windows Phone 7 und Blackberry OS gleich und bringt WiFi-Sync, eine Option mit der die Geräte nicht mehr per Kabel mit einem PC verbunden sein müssen, um Daten abzugleichen. Solange sie sich im gleichen WLAN wie der Rechner mit iTunes befinden, kann man Musik per WiFi auf das Gerät schieben. In Kombination mit der iCloud sind so auch Backups und Wiederherstellungen des Systems möglich. Besonders praktisch: Endlich lassen sich die Apple-Geräte auch ohne Anschluss an iTunes bei der ersten Inbetriebnahme aktivieren.

Ein spezielles Schmankerl gibt es für iPad-Nutzer: Die Gestensteuerung, die bereits länger in den Vorabversionen von iOS enthalten war, lässt sich nun auch offiziell aktiveren und Nutzen.

iOS 5 wird alle Touch-fähigen Apple-Geräte unterstützen. Das Update soll im Herbst zur Verfügung stehen.

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Kommentieren: Kommentieren
F. Delonge - 09.06.2011 18:52
Der Marktführer "versucht, Boden zur Konkurrenz gutzumachen". Das ist wirklich ulkig.
M. Whiting - 09.06.2011 10:04
.. kennt man ja vom Autohändler, je profaner das Modell, desto,lauter werden die Vorzüge gepriesen.
Moritz Jäger - 08.06.2011 17:30
Vielen dank - genau das wollte ich mit diesem Artikel ausdrücken. Die Sache ist die (der Artikel war ursprünglich als Kommentar angelegt, das fiel aber aus der Überschrift raus) - Apple ist großartig, wenn es darum geht, bestehende Techniken zu optimieren, zu verbessern und für alle zugänglich zu machen - wenn es aber keine Techniken gibt, die man verbessern kann, dann werden irgendwelche Kleinigkeiten zu riesigen Innovationen aufgeblasen. Und die Medien erwarten viel von Apple, weil der Konzern vor jeder Veranstaltung erneut ein Buhei erzeugt, wie es sonst keine andere Firma kann, aber dann einfach (zumindest meiner Meinung nach) nicht liefern kann. Verstehen Sie mich nicht falsch - Apple baut großartige Geräte, das iPad ist noch immer einer der besten Tablets. Aber die iCloud, nunja, ist ein alter Hut. Ebenso wie WiFi Sync.
Jürgen Messing - 08.06.2011 15:12
Was erwarten die Medien eigentlich mittlerweile von Apple? Was ist denn "magisch", was wäre denn aus Sicht des Autors innovativ? Ach, weil Apple etwas gemacht hat, was die anderen schon hatten, sind sie nicht mehr innovativ? Hm, dann waren sie es wohl noch nie. Der Computer mit Maus und Desktop offiziell lizensiert von PARC, Steve "Innovation" war lediglich, die Maus klein und bezahlbar zu machen. Der iPod? MP3-Spieler gab es schon vorher. iTunes? Musik online kaufen gabs da auch schon. Die Innovation war lediglich, alles nahtlos aus einer Hand anzubieten. iPhone? Nokia baute zur der Zeit schon lange Smartphones und wegen der Suchtwirkung eines Blackberry's wurde dieses in den USA auch gerne "Crackberry" genannt. Die Innovation von Apple? Wer braucht heute noch Tasten. Innovation, wie Apple sie betreibt, besteht nicht darin, wirklich etwas zu erfinden, sondern es für den normalen Menschen einfach und nahtlos verfügbar zu machen. MP3 wurde am Frauenhofer Institut erfunden, Geräte und Musik hat man dort nicht ein einziges Mal verkauft, genau das aber kann Apple sehr gut. Und genau das wird ihnen mit dem Digital Hub in der Cloud auch wieder hervorragend gelingen. Die Verkaufszahlen werden für sich sprechen.
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