Bring your own device

Wie die Policy funktioniert

Die BYOD-Strategie von Adidas

17.04.2012, von

Es rechnet sich nicht, ist viel zu komplex und kann nicht klappen. Bedenken gab es viele. Doch der Adidas-CIO begann einfach mit Bring your own Device. Es funktioniert.

Jan Brecht CIO von Adidas: "Niemand konnte schlüssig darlegen, dass eine Integration privater Geräte in die Konzern-IT nicht funktioniert."Vergrößern
Jan Brecht CIO von Adidas: "Niemand konnte schlüssig darlegen, dass eine Integration privater Geräte in die Konzern-IT nicht funktioniert."
Foto: Adidas AG

Mitarbeiter wollen sie, die Zielgruppen nutzen sie, und konkrete Business Cases für ihren Einsatz im Unternehmen gab es auch: Es geht um Tablets und Smartphones aus der Consumer-Welt. "Wir müssen mehr Vielfalt zulassen und weniger strikte Vorgaben zum Arbeitsumfeld machen", ist CIO Jan Brecht vom Herzogenauracher Sportartikelhersteller Adidas überzeugt.

Das Umdenken hatte Folgen, nämlich eine umfassende Mobilitätsstrategie des Konzerns, die nicht nur liebgewonnene IT-Traditionen durchrüttelt, sondern auch ein Schlaglicht auf die Zukunft der Client-IT im Unternehmen wirft. "Wenn Sie eine Entwicklung nicht verhindern können, sollten sie versuchen, die Dynamik und den Fortschritt für sich zu nutzen", fordert Brecht.

Wenn die IT zum ‚Dr. No’ wird ...

Doch grau war alle Theorie, und groß waren die Vorbehalte in Technik und Datenschutz. Die üblichen Bedenken wurden vorgetragen: Es rechnet sich nicht, es ist viel zu komplex, das kann ja gar nicht klappen. Doch der Druck kam von beiden Seiten: "Wenn die IT zum ‚Dr. No’ wird, hilft das weder der Kreativität der Mitarbeiter noch der eigenen Position", warnt der CIO.

Zwar hielt Brecht die Fragen für berechtigt, doch er wollte endlich starten. Schließlich besteht die Belegschaft in den Adidas-Büros mit einem Durchschnittsalter von 29,8 Jahren vielfach aus der Generation Y, den ungeduldigen Millennials mit hohen Ansprüchen.

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Kommentieren: Kommentieren
Andreas - 18.04.2012 15:47
Welche App ist hier wohl im Einsatz? Die Trennung von privaten und geschäftlichen Daten ist ein klasse Ansatz...
Volker - 18.04.2012 09:32
Das sehe ich ähnlich. Wobei im Artikel aufgeführt wird, dass nur E-Mail und Kalenderfunktionalitäten bereit gestellt werden. Also lediglich gekapselte Programme/Apps auf den privaten Geräten bereit gestellt werden. Es wird nicht beschrieben mit welchen Sicherheitsvorkehrungen die privat erstellten Daten in das Unternehmen kommen. Der Mehrwert scheint sich also rein auf die sichere Kommunikation und Officeplanung zu beschränken. Ein weiterer Aspekt ist die steuerliche Frage. Können damit plötzlich alle Mitarbeiter alle Ihre privaten und geschäftlich genutzten Endgeräte und den "pseudo Heimarbeitsplatz" bzw. den Zeitaufwand steuerlich geltend machen ? Hier wird die Finanzverwaltung Vorgaben machen müssen um diese Mischnutzung einiger Maßen unter Kontrolle halten zu können. Zahlt der Arbeitgeber die Nutzungsgebühren oder der Mitarbeiter mit seiner privaten Rechnung ? Überspitzte Konsequenz: Ein Arbeitgeber kann sich zukünftig die Anschaffung von Betriebsmittel sparen und alles auf die Mitarbeiter auslagern. Perfekt.
sdt - 17.04.2012 18:02
Artikel hörte sich interessant an, aber die Substanz ist letzendlich sehr gering. Sicherlich ist BYOD interessant und kann umgesetzt werden, aber es ist noch nicht einmal beschrieben was mit BYOD Geräten machbar ist bei Adidas. Wird hier ausschließlich Mail unterstützt oder auch Zugriff auf Corporate Anwendungen gegeben? Wie erfolgt der Support für BYOD? Ist es wirklich realistisch das man das dem Mitarbeiter überlässt? Was passiert wenn er nicht arbeiten kann? Muss er sich dann ein Ersatzgerät selbst organisieren oder bietet die Corporate IT hier doch letztendlich wieder Support an? Der Artikel beantwortet leider überhaupt keine Frage!!!!
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