Blackberry

Deutscher wird neuer CEO

Beobachter sehen RIM-Chefwechsel kritisch

23.01.2012, von

Der Blackberry-Hersteller ersetzt seine Co-CEOs Balsillie und Lazarides durch den bisherigen COO Thorsten Heins. Beobachter sehen die Auswechslung kritisch.

Thorsten Heins war als COO bislang für die weltweite Produktentwicklung von Blackberry Smartphones verantwortlich. Vergrößern
Thorsten Heins war als COO bislang für die weltweite Produktentwicklung von Blackberry Smartphones verantwortlich.
Foto: RIM

Blackberry-Hersteller Research in Motion vollzieht einen Wechsel an der Spitze. Die beiden Co-CEOs Jim Balsillie und Mike Lazarides, letzterer übrigens der Gründer des Unternehmens, übergeben die Führung an Thorsten Heins. Dieser Schritt geschieht laut dem Unternehmen nicht auf Druck des seit Quartalen fallenden Aktienkurses, sondern ist vielmehr eine geordnete Übergabe, die sich aus neuen Produkten und neuen Anforderungen ergibt. RIM dürfte sich vom Führungswechsel auch einen heilsamen Schock erwarten, der eine Neuausrichtung ermöglicht.

Thorsten Heins wechselte in 2007 zu Research in Motion, davor war er bei der Siemens Communications Group. Diese wurde 2006 aus der Siemens AG ausgegliedert, der Fokus liegt nicht auf mobilen Geräten, sondern auf Unified Communications und IP-Telefonanalagen. Heins war bislang der COO für die weltweite Produktentwicklung von Blackberry Smartphones. Der neue CEO gibt sich bei seinem Antritt versöhnlich. So habe RIM zwar in letzter Zeit "Wachstumsschmerzen" erlitten, sei aber mit Blackberry OS 7, dem Playbook 2.0 sowie Blackberry 10 auf einem guten Kurs.

Tatsächlich hätte das Blackberry OS 7 bereits längst durch das neue Betriebssystem Blackberry 10 abgelöst werden sollen - hier werden nun Geräte am Ende von 2012 erwartet. Das Tablet, Blackberry Playbook, blieb weit hinter den Erwartungen zurück, auch weil sowohl ein nativer Blackberry-Client wie auch eine Management-Funktion auf Server-Seite fehlten. Im Grunde hat die Tablet-Entwicklung von RIM dadurch etwa ein Jahr verloren.

Statt wie bislang nur gegen das iPad von Apple antreten zu müssen, wird RIM nun zusätzlichen Druck durch neue Geräte auf Basis von Android und möglicherweise Windows 8 verspüren. Dabei ist noch immer nicht geklärt, ob das Playbook 2.0 alle fehlenden und bereits für Sommer 2011 versprochenen Funktionen nachliefern kann.

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