Innovation nicht definiert

Falsche Erwartungen an IT-Outsourcing

30.11.2011, von Holger Eriksdotter

Folgende Kernthesen haben die Autoren aus der Studie abgeleitet:

  • Die Auftragnehmer gehen davon aus, dass eine schrittweise ("incremental") Innovation gleichsam automatisch ohne explizite Vereinbarung stattfindet. Sie zeigen dabei kaum Interesse an der Frage, wie sich eine radikale Innovation erreichen ließe.

  • Wenn Unternehmen sich für ein Multi-Sourcing-Modell entscheiden, ist das fast immer mit einer radikalen Innovation verbunden.

  • Unter den verschiedenen Vertragstypen (Festpreis, nach Aufwand, Joint-Venture) zielte das Joint-Venture-Modell in der Regel auf radikale Innovation.

Die Mehrheit der Unternehmen prüft nicht, ob und in welchem Maße das Outsourcing zu Innovationen beiträgt.Vergrößern
Die Mehrheit der Unternehmen prüft nicht, ob und in welchem Maße das Outsourcing zu Innovationen beiträgt.
Foto: Warwick Business School/Cognizant

Basierend auf den Ergebnissen der Studie hat die Warwick Business Scholl ein sechsstufiges Modell ("Innovation Ladder Framework") entwickelt, dass IT-Entscheidern einen stufenweisen Einstieg in ein Innovations-Outsourcing ermöglichen soll. Nach den Worten der Studienautoren ist das Modell insofern einzigartig, als es mit den üblicherweise verwendeten Outsourcing-Lifecycle-Modellen übereinstimmt.

6-Stufenmodell zur Erfolgskontrolle

Wichtigste Aspekte des Stufenmodells sind die Definition von geeigneten Kriterien, mit denen sich der Erfolg von Innovationen beurteilen sowie die Installation von geeigneten Messverfahren, die Überprüfung des Dienstleisters auf seine Innovationskraft sowie Vertragsklauseln, die für den Provider Anreize enthalten, Innovationen zu realisieren. Die gesamte Studie mit dem 6-Stufenmodell steht (in englischer Sprache) gegen Registrierung unter diesem Link http://valueofinnovation.com zum Download zur Verfügung.

Für die Studie wurden 250 CIOs und CFOs europäischer Unternehmen mit einem Umsatz von mindestens 500 Millionen Euro befragt. Dabei lag bei der Hälfte der Umfrageteilnehmer der Umsatz über einer Milliarde Euro. Dabei waren alle Branchen vertreten, 50 Prozent der Befragten hatten ihren Hauptsitz in England, die andere Hälfte aus Belgien, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Holland, Luxemburg, Schweden und der Schweiz.

Thorsten Reuter - 08.12.2011 13:46
Die Forderung nach Innovation durch den Dienstleister im Rahmen der Umsetzung von Sourcingvorhaben ist richtig und berechtigt – aber keinesfalls neu. Wer Sourcing strategisch weitsichtig und professionell durchführen möchte, wird die geforderte Innovation nicht nur still voraussetzen, sondern auch vertraglich fixieren. Wir setzen dies in unserer Beratungspraxis schon seit vielen Jahren um – und empfehlen dringend, eine entsprechende Klausel in die Verträge zu integrieren. Darin wird u.a. geregelt, dass der Dienstleister zur Innovation und Weiterentwicklung verpflichtet ist, den Auftraggeber beraten muss und mit ihm gemeinsam innovative Technologien und Prozesse diskutiert und nach Abstimmung einführt. Natürlich muss daraus auch ein Mehrwert für den Auftraggeber resultieren. Wer diese Punkte beim Sourcing vernachlässigt, ist buchstäblich schlecht beraten und verschenkt viel Potenzial. Thorsten Reuter, microfin Unternehmensberatung GmbH
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