Ovum: Bundling, Cloud, Kundenwünsche

Outsourcing-Trends 2013

22.01.2013, von

Wichtiger als die Frage nach den günstigsten Fachkräften wird beim Outsourcing künftig die Suche nach Zukunftsmärkten sein.Vergrößern
Wichtiger als die Frage nach den günstigsten Fachkräften wird beim Outsourcing künftig die Suche nach Zukunftsmärkten sein.
Foto: Ruslan Olinchuk - Fotolia.com

Gleichzeitig geht Ovum davon aus, dass sich für die großen Player neue Märkte in Südamerika, dem Mittleren Osten und anderen Regionen der Welt eröffnen werden. Märkte, auf denen viel zu gewinnen ist. T-Systems zum Beispiel ist mit Outsourcing-Projekten in Südafrika erfolgreich.

Trend zum Bundled Outsourcing

Ein weiterer wichtiger Trend im Markt, so die Marktforscher in ihrer Analyse weiter, wird das sogenannte Bundled Outsourcing sein. Gemeint ist damit das Bündeln mehrerer zentraler Funktionen in einem Outsourcing-Paket, beispielsweise Finance und HR.

Mehrere Aufgaben an einen einzigen Dienstleister auszulagern heißt dabei keineswegs, sich unflexible Paketlösungen aufzuhalsen. Ziel ist es, Handling- und Overhead-Kosten sowie die Reibungsverluste insgesamt durch die Kooperation mit wenigen Partnern zu senken.

Den Umfang der Leistungen nach Bedarf einzukaufen und nur das zu bezahlen, was man wirklich nutzt, steht mit Hilfe von Cloud-Lösungen natürlich auch bei Paket-Deals im Mittelpunkt des Interesses.

Nach Angaben von Ovum waren im zweiten Quartal 2012 fünfzehn der zwanzig Top-Outsourcing-Deals Bundles. Dieser Trend werde sich weiter fortsetzen. Profiteure sind vor allem Anbieter mit starker lokaler Präsenz und solche, die ihren Kunden nicht nur beim Abwickeln von Vorhandenem, sondern auch bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsprozesse helfen.

B. Brodnik, S. Wendt, microfin Unternehmensberatung - 22.01.2013 15:46
Die Marktforscher sehen die Rolle von Beratern für Outsourcing schwinden. Zugleich steigt aber die Nachfrage nach spezialisierter Beratung weiter an. Woher kommt dieser Widerspruch? Stichwort Cloud: Die Wolke ist für den Endverbraucher einfach und flexibel – angesichts der Komplexität von IT und Prozessen sieht das im Business-Bereich aber ganz anders aus. Beispielsweise kann kein Unternehmen unter Nutzung flexibler Kündigungsfristen mal so eben aus der Cloud remigrieren. Und nicht jede Cloud-Service-Kündigung lässt auch einen echten Anbieterwechsel zu. Das zeigt schon die Lizenzabhängigkeit bei Branchenriesen wie Microsoft oder SAP. Stichwort „reife“ Märkte: Anwender mögen immer genauer wissen, was sie wollen – ihr Erfahrungshorizont bleibt jedoch begrenzt. Ein spezialisierter Berater kann gute und funktionierende Verfahren aus anderen Kundensituationen transferieren und an die Kundenbedürfnisse adaptieren. Wer schon mal eine komplexe Full-IT-Ausschreibung begleitet hat, weiß: Das ist ein echter Mehrwert. Natürlich gibt es auch Erfahrungsaustausch in User-Groups. Das ist aber auch immer eine punktuelle Information. Was Unternehmen brauchen, wenn Sie Sourcing auch weiterhin als effektives Instrument der Kostenoptimierung nutzen wollen, sind nachhaltige "digitale Strategien". Hier einen erfahrenen Navigator an der Seite zu haben, dürfte wohl kaum schädlich sein. Hat Ovum also unrecht? Nicht ganz: Ein Teil der „Beraterscharen“ ist wohl tatsächlich verzichtbar. Für tatsächlich auf Sourcing spezialisierte Berater ist der Bedarf größer denn je.
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