Ovum: Bundling, Cloud, Kundenwünsche

Outsourcing-Trends 2013

22.01.2013, von

Die prognostizierte Entwicklung, die andere Analysten bereits ähnlich skizziert haben, ist ein Zeichen, dass der Markt nicht nur auf Anbieter- sondern auch auf Kundenseite reifer wird. Kunden wollen vereinfacht gesagt nicht mehr etwas loswerden, das ihnen lästig ist, sondern sie wollen optimale Prozesse.

Schlechtere Zeiten für Berater

Und sie brauchen Partner, die sie individuell dabei unterstützen. Entscheidend wird in Zukunft deshalb weniger die Nähe zu bezahlbaren Fachkräften - etwa in Indien - sein, sondern die Nähe zum Kunden.

Diese werden sich immer mehr emanzipieren, selbst über Prozesse entscheiden und sich viel weniger als früher die Bedingungen und Abläufe des Outsourcing-Deals von Heerscharen externer Berater vorgeben lassen.

B. Brodnik, S. Wendt, microfin Unternehmensberatung - 22.01.2013 15:46
Die Marktforscher sehen die Rolle von Beratern für Outsourcing schwinden. Zugleich steigt aber die Nachfrage nach spezialisierter Beratung weiter an. Woher kommt dieser Widerspruch? Stichwort Cloud: Die Wolke ist für den Endverbraucher einfach und flexibel – angesichts der Komplexität von IT und Prozessen sieht das im Business-Bereich aber ganz anders aus. Beispielsweise kann kein Unternehmen unter Nutzung flexibler Kündigungsfristen mal so eben aus der Cloud remigrieren. Und nicht jede Cloud-Service-Kündigung lässt auch einen echten Anbieterwechsel zu. Das zeigt schon die Lizenzabhängigkeit bei Branchenriesen wie Microsoft oder SAP. Stichwort „reife“ Märkte: Anwender mögen immer genauer wissen, was sie wollen – ihr Erfahrungshorizont bleibt jedoch begrenzt. Ein spezialisierter Berater kann gute und funktionierende Verfahren aus anderen Kundensituationen transferieren und an die Kundenbedürfnisse adaptieren. Wer schon mal eine komplexe Full-IT-Ausschreibung begleitet hat, weiß: Das ist ein echter Mehrwert. Natürlich gibt es auch Erfahrungsaustausch in User-Groups. Das ist aber auch immer eine punktuelle Information. Was Unternehmen brauchen, wenn Sie Sourcing auch weiterhin als effektives Instrument der Kostenoptimierung nutzen wollen, sind nachhaltige "digitale Strategien". Hier einen erfahrenen Navigator an der Seite zu haben, dürfte wohl kaum schädlich sein. Hat Ovum also unrecht? Nicht ganz: Ein Teil der „Beraterscharen“ ist wohl tatsächlich verzichtbar. Für tatsächlich auf Sourcing spezialisierte Berater ist der Bedarf größer denn je.
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