Die Gefahren alter Systeme

Nicht mit Windows ME oder 2000 ins Internet

12.06.2012, von Thomas BärFrank-Michael Schlede

Eigentlich läuft der alte Computer noch ganz anständig, reagiert relativ flüssig und erledigt alles, was der Benutzer braucht. Warum also wechseln? Wir zeigen die Gefahren, die von "Windows-Oldtimern" ausgehen.

Technikaffine Benutzer aus der Kategorie "Ich brauche immer das Neueste" betrachten ihre Windows-Systeme eher unter Aspekten wie:

  • Gibt es schon die richtige Software, die die Maschine auch wirklich auslastet?

  • Wurde die Sicherheitssoftware auf mein neues Wunschbetriebssystem hin überarbeitet?

  • Funktioniert die VPN/SSL-Verbindung ins Unternehmen auch mit meinem aktuellen System?

Ein Vergrößern
Ein "ganz altes" Windows-Betriebssystem (Windows Me): Für solche Systeme bietet Microsoft schon lang keine Updates mehr an. Wer auf "Windows Update" klickt, landet im Internet Explorer in einer Endlosschleife.
Foto: Thomas Bär / Frank-Michael Schlede

Anwender, wie die Industrie sie sich sicher wünscht. In der Realität gibt es jedoch sehr viele Nutzer, die möglichst gar nichts verändern möchte. Es geht zumeist nicht (nur) um die Unlust, neue Funktionen kennenzulernen - es ist die Angst, dass nach einem Wechsel etwas nicht mehr so läuft wie bisher oder der Rechner gleich ganz aufgibt. Ganz im Sinne der Devise "Never change a running system." So vergeht Jahr um Jahr und die "alten Kisten" unter Windows 98, Windows 2000 oder Windows NT und vielleicht sogar Windows ME werden gehegt und gepflegt. Auch das zuverlässige "Arbeitspferd" Windows XP fällt so langsam in die Kategorie der Systeme, die mit der Begründung "läuft doch" ohne großes Nachdenken im täglichen Betrieb zum Einsatz kommen.

Das gilt auch für die direkten Verbindungen mit Netzwerken und dem Internet - hier ist jedoch der Punkt erreicht, wo es mit der Ruhe vorbei sein sollte. Alte Systeme, die weder regelmäßig gewartet noch mit Updates versehen werden, stellen eine akute Gefahr für die Sicherheit dar: Wir zeigen, warum es sträflich leichtsinnig ist, beispielsweise mit einem Windows-NT-System im Internet unterwegs zu sein.

Es ist vorbei: Windows XP läuft aus

Windows XP 32-Bit mit Service Pack 3: Diese Betriebssystemversion wird noch bis zum 8.April 2014 mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt werden.Vergrößern
Windows XP 32-Bit mit Service Pack 3: Diese Betriebssystemversion wird noch bis zum 8.April 2014 mit sicherheitsrelevanten Updates versorgt werden.
Foto: Thomas Bär / Frank-Michael Schlede

Am 8. April 2014 endet auch der sogenannte "erweiterte Produktsupport" für die letzte Version von Windows XP mit Service Pack (SP3). Wer noch einen XP-Rechner verwendet und den Windows Update Dienst stets eingeschaltet hat, braucht sich um den Service-Pack-Stand deshalb nach wie vor keine Gedanken zu machen: Die Aktualisierung wird automatisch durchgeführt. Das ist auch der Grund, warum Anwender - bei aller Angst davor, dass ihr System "nach Hause telefoniert" und Microsoft angeblich zu viele Informationen über den XP-Rechner bekommt - auf keinen Fall die automatischen Updates abschalten sollten. Tun sie es doch, sollten sie wenigstens manuell sicherstellen, dass wichtige Updates und Patches auf ihr System gelangen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann durch einen Rechtsklick auf den Arbeitsplatz die "Eigenschaften" des Systems zur Ansicht bringen. Im obersten Informationsblock steht die Version, beispielsweise "Service Pack 3".

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