Datenbank wechseln

SAP Hana nicht ausgereift – Oracle zu teuer

16.10.2012, von

Wer ein SAP-System auf eine neue Datenbank portieren will, sollte auf die Kosten achten. Die In-Memory-Datenbank SAP Hana passt nicht für alle SAP-Lösungen.

Wer im Galopp die Pferde wechselt, sollte darauf achten, dass der erwartete Nutzen größer ist als der Aufwand und das Risiko. Das gilt auch, wenn Unternehmen im laufenden SAP-Systembetrieb das bestehende relationale Datenbankmanagement-System (DBMS) durch ein anderes ersetzen wollen.

Laut Experton-Analyst Wolfgang Schwab braucht es bei SAP-Systemen gute Gründe für einen Datenbank-Wechsel.Vergrößern
Laut Experton-Analyst Wolfgang Schwab braucht es bei SAP-Systemen gute Gründe für einen Datenbank-Wechsel.
Foto: Experton Group

SAP-Anwenderfirmen sollten einen Datenbankwechsel nur dann in Betracht ziehen, wenn der Hersteller der aktuell eingesetzten Datenbank die Kombination aus Hardware und Betriebssystem zur Disposition stellt oder die Kosten für Datenbanklizenzen überproportional steigen. Das meint Wolfgang Schwab vom Marktforscher Experton Group aus München.

HP-UX Itanium und Sparc-Solaris werden obsolet

Handlungsbedarf sieht der Analyst derzeit insbesondere bei SAP-Anwenderunternehmen, die Unix-Betriebssysteme wie HP-UX Itanium von Hewlett Packard (HP) oder Sparc-Solaris-Server von Oracle einsetzen. Laut Experton Group werden diese mittelfristig obsolet sein. Diese Firmen sollten sich bereits jetzt Gedanken über die künftige Hardware- und Betriebssystem-Strategie für ihre SAP-Applikationen machen und dabei auch die Migration des DBMS einbeziehen.

Bei relationalen Datenbanken sei insbesondere die Einführung der Datenbanklösung IBM DB2 als Alternative interessant, zumal sie auf allen gängigen Betriebssystemen verfügbar ist. Auch IBM AIX komme als Zielplattform in Betracht.

Fred - 08.04.2013 13:14
Ich finde die Aussagen des Artikels treffend, mit Ausnahme des letzten Absatzes, insbesondere der Satz "Schon ein kurzfristiger Systemausfall würde den sofortigen Datenverlust bedeuten." gilt natürlich für alle Datenbank-Technologien. Generell sind die Wartungskosten aber schon ein äußerst wichtiger Faktor: in einem Unternehmen, in dem es SAP-Systeme gibt, wird es höchst wahrscheinlich weitere Datenbank-Systeme geben, die nicht auf HANA basieren. Und schon brauchen zumindestens die Administratoren zwei Skills. Und diese Skills sind umfangreich und werden immer umfangreicher, da moderne Datenbank-Systeme mehr und mehr Funktionalität bieten. Das jemand sehr gut HANA, ORACLE und vielleicht DB2 Admin ist, halte ich für ausgeschlossen (auch wenn sich so mancher CV anders liest). Und warum soll In-Memory so toll sein: nur wegen der kurzen Antwortzeiten? Ich kenne es so, dass für das Verstehen der Daten (inkl. Qualität und Datenstrukturen) und vor allem das Verifizieren der Ergebnisse mehr Zeit kostet als das eigentliche Zusammensuchen. Ich wünsche aber SAP auf jeden Fall viel Glück mit Ihrem "HANA-Experiement". Gruß, Fred C2.
Ozzie - 04.12.2012 13:23
Der Artikel ist in mehrfacher Hinsicht schlecht recherchiert. Zum einen ist es Blödsinn, wonach Systemausfälle in in-memory Datenbanken zu Datenverlusten führen würden. Bitte den Artikel dahin gehend dringend überarbeiten, bei der Aussage klappen sich mir die Zehennägel hoch. Zum anderen versteht es der Autor nicht, den Kerngedanken der Technologie zu erfassen. Mal eben eine beliebige in-memory Datenbank unter ein ERP-SSem zu schieben, hilft wenig. Die Performance-Vorteile kommen erst dann zum Tragen, wenn die Anwendungen angepasst werden, sprich: das in-memory Programmiermodell ausnutzen. Es geht Anbietern wie SAP oder Oracle also auch um eine Stack-Konsolidierung. Das alte three-tier Modell ist tot.
Intuitio - 18.10.2012 10:35
Sehr geehrte Redaktion, hat jemand bei euch inhaltlich diese Aussagen im Artikel geprüft? Papier ist geduldig aber kein CIO der von IT eine Ahnung hat, würde Ihre Seite professionell und glaubwürdig einschätzen.
Mark - 16.10.2012 22:56
hmm sehr viele Falschaussagen, was soll man davon halten und das im CIO...InMemory Daten werden persistiert...und HANA kann z.Z. nur strukturierte Daten...Sie behaupten das Gegenteil. Warum sollen die Backupdaten bei InMemory wesentlich größer sein?
Boo - 16.10.2012 17:07
Apropos recherchieren. Auch bereffend der Aussage dass die Kombination SAP & HP-UX mittelfristig obsolte sein sollen ist, diese Tätigkeit offensichtlich zu kurz gekommen. HP & SAP haben die Unterstützung dieser Kombination erst kürzlich erneut bestätigt. Siehe u.A. SAP Note 1575609-SAP Commitment to HP-UX.
Joerg - 16.10.2012 15:56
Hallo, die Aussage, das bei einem Systemausfall sofortiger Datenverlust eintritt ist FALSCH. Auch in einer In-Memory Datenbank wie HANA werden Daten auf einer Persistenz gespeichert. Im Gegensatz zu normalen Datenbanken werden die Daten aber aus der Persistenz in den Hauptspeicher geladen und vollständig dort verabeitet. Bei einem Systemaufall werden die Daten von der Persitenz ohne Verlust wieder in den Speicher geladen, wenn die Datenbank wieder gestartet wird. Bevor solche Aussagen zu innovativen Lösungen getroffen werden, wäre es gut ausreichend und hinlänglich zu recherchieren.
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