Capacity Optimized Storage und Highend NAS Cluster

Bewegung im Markt für Speichersysteme

28.04.2006, von Thomas Mach/CW.at

Quo vadis Storage? Dezentral versus zentral, Storage Area Networks versus Network Attached Storage, Fiber Channel versus iSCSI – in der Speicherwelt überschlagen sich derzeit die Themen und Trends.

Über 50 Soft- und Hardware-Hersteller haben bereits Produkte auf Basis des neuen Storage Servers von Microsoft angekündigt.Vergrößern
Über 50 Soft- und Hardware-Hersteller haben bereits Produkte auf Basis des neuen Storage Servers von Microsoft angekündigt.

Erst kürzlich hat Microsoft den Storage Server überarbeitet und die Version R2, die eine Integration der damit bestückten NAS-Geräte in ein Speichernetz erlaubt, präsentiert. Das kommt großen Firmen mit vielen Außenstellen zugute, die die Datenhaltung zentralisieren wollen. Dafür hat der Hersteller die Datenreplikation schneller gemacht und die Datenkompression verbessert. Ähnlich wie beim Wide Area File Systems (WAFS) werden nur Änderungen der Files übertragen. So sollen sich beim Transfer Engpässe im WAN vermeiden lassen.

Die derzeit stark aufkommenden WAFS-Systeme ersetzen den Windows-Server in den Außenstellen. Das neue Release des Storage Servers ist Microsofts Antwort darauf. Auch für die Verwaltung der NAS-Speicher haben sich die Redmonder bei R2 etwas einfallen lassen: Neue Web-basierende Werkzeuge erlauben die Überwachung der Geräte und der Speicherkapazitäten. Die Volume Shadow Copy Services (VSS) erzeugen auf Wunsch alle vier Stunden Kopien der geänderten Files, was die Recovery-Zeiten verringert. Über den File Resource Manager (FSRM) lassen sich Speicherplatz für ein Volume oder einen Folder dediziert zuordnen, Filter installieren, um die Ablage bestimmter Files zu verhindern sowie Berichte über verschiedene Vorgänge zu generieren.

Spagat zwischen SAN und NAS gemeistert

Das neue Microsoft-Produkt schafft zudem den Spagat zwischen NAS und SAN und agiert auch als Gateway ins Speichernetz. Da R2 iSCSI unterstützt, soll ein SAN Boot möglich sein. Auch Unix-Anwender kommen auf ihre Kosten und benötigen kein Samba mehr, um Windows CIFS mit NFS zusammenarbeiten zu lassen. Zusätzlich stellt R2 Collaboration-Tools bereit und unterstützt sowohl Distributed File System (DFS) als auch Active Directory Service.

Bislang sollen Produkte auf Basis von R2 von mehr als 50 Hard- und Software-Herstellern sowie Lösungsanbietern angekündigt sein, darunter von Brocade, Dell, Fujitsu-Siemens, Hewlett-Packard, IBM und Tacit. Microsoft gibt keine Hinweise darauf, ob das Produkt konform zu den SMI S-Richtlinien der Storage Networking Association (SNIA) ist. Auch werden die derzeit diskutierten Techniken Tiered Storage (mehrstufige Speicherumgebung) und Information Lifecycle Management (ILM) nicht erwähnt. Vielleicht plant der Hersteller, Funktionen dafür in einer neuen Version des Storage Servers – eventuell 2007 – einzubauen.