Die Pläne von Voice

Die 2 Schwerpunkte des CIO-Anwenderverbands

01.03.2012, von Nicolas Zeitler

Rechtssicherheit beim Cloud Computing und die Gewinnung von IT-Fachkräften: Zwei Themen, die CIOs auf den Nägeln brennen, sind die ersten Schwerpunkte, mit denen sich der neue IT-Anwenderverband "Voice" befasst.

Thomas Endres CIO, Lufthansa: "Ein Shared-Data-Konzept könnte für uns einen Riesen-Durchbruch bei Cloud bringen."Vergrößern
Thomas Endres CIO, Lufthansa: "Ein Shared-Data-Konzept könnte für uns einen Riesen-Durchbruch bei Cloud bringen."
Foto: Joachim Wendler

Im Dezember hat sich "Voice" gegründet, jetzt krempeln die im Verband der IT-Anwender organisierten CIOs die Ärmel hoch: Die Arbeit des neuen CIO-Netzwerks konzentriert sich zunächst auf zwei Schwerpunkte - Rechtssicherheit beim Cloud Computing und die Suche nach Wegen gegen den Fachkräftemangel. "Wir finden immer schwerer die richtigen Leute am Markt", sagt Hermann Kruse, CIO der Deutschen Bahn und Mitglied im Präsidium von Voice. Kruse weiß das aus eigener Erfahrung: Der bahneigene IT-Dienstleister DB Systel konkurriere etwa am Standort Frankfurt am Main mit anderen Unternehmen um junge Fachkräfte.

Zu dem rein zahlenmäßigen Mangel kommt für den Bahn-CIO das Problem, dass Hochschulabsolventen nicht all die Fertigkeiten mitbringen, die Unternehmen benötigen. Gute Java-Programmierer oder IT-Architekten bekomme man durchaus. "Sehr schwierig ist es aber, für die CIO-Seite, den Demand-Bereich, geeignete Mitarbeiter zu finden", sagt Kruse. Wie beauftragt man Projekte, welchen Inhalt müssen Service Level Agreements haben? Wissen, um solche Fragen zu beantworten, fehle den meisten.

Die Anbieterseite sei schon weiter als die Anwender. Hersteller wie SAP oder Microsoft hätten längst große Programme mit Hochschulen aufgelegt und nähmen Einfluss auf Lehrinhalte. Weil es Ähnliches auf Anwenderseite so schnell nicht geben wird, setzt Kruse auf Eigeninitiative. Die Deutsche Bahn hat eigene Weiterbildungsprogramme aufgelegt, etwa für Strategische IT-Planung, Anforderungs- oder Lifecycle-Management. "Wir können so was intern machen, weil wir eine gewisse Masse haben", sagt Kruse.

CIOs miteinander vernetzen

Für viele kleinere Firmen sei das kaum möglich. Ihnen soll der Austausch über Voice helfen. Im Anschluss an eine Podiumsdiskussion über den IT-Fachkräftemangel auf der CeBIT werde man im "House of CIOs" Gespräche zu dem Thema führen. So will der IT-Anwenderverband Interessierten den Dialog mit CIOs ermöglichen, auf die Möglichkeiten in IT-Anwenderunternehmen hinweisen und bestehende Initiativen vernetzen. In diesem Frühjahr werden sich Vertreter von Voice außerdem mit einem Kreis von Hochschullehrern treffen, um über Ausbildungsinhalte zu sprechen, die in IT-Abteilungen gefragt sind.

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