Risikobewertung weiter unklar

Laser-Drucker steigern Feinstaub-Belastung im Büro

24.10.2007, von

Ob der Betrieb von Laser-Druckern und Fotokopierern am Arbeitsplatz gesundheitsschädlich ist, bleibt nach einer Pilotstudie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unklar. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Inbetriebnahme der Geräte die Feinstaub-Konzentration in der Büroluft tatsächlich deutlich steigert. Um Toner-Staub handelt es sich dabei aber zum großen Teil nicht.

Erst im August dieses Jahres schlugen Forscher der Queensland University of Technology Alarm. Die Feinstaub-Belastung durch Laser-Drucker sei so hoch, dass sie das Risiko steigere, an Krebs zu erkranken. Schlimmstenfalls könne der Ausstoß eines Laserdruckers so schädlich sein wie der einer brennenden Zigarette. Die Universität Gießen startete im Auftrag des BfR 2005 eine Pilotstudie, die die schon seit Jahren diskutierten möglichen Zusammenhänge zwischen den Emissionen von Laser-Druckern oder Kopiergeräten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Angestellten im Büro ermitteln sollte. Erste Ergebnisse liegen jetzt vor.

Die alarmierenden Befunde der australischen Forscher kann die Untersuchung des Instituts für Innenraum- und Umwelttoxikologie am Gießener Universitätsklinikum nicht bestätigen. Werden in einem Büroraum Laser-Drucker oder Fotokopierer in Betrieb genommen, steigt die Konzentration an feinen und feinsten Partikeln in der Raumluft zunächst zwar deutlich an. Werden die Geräte längere Zeit betrieben, fällt der Gehalt an ultrafeinen Stäuben in der Luft aber wieder ab. Um Toner-Staub handelt es sich dabei nach Untersuchungen unterm Raster- und Transmissionselektronen-Mikroskop nicht. Woraus die Partikel bestehen, ist noch offen.

Angestellte, die in Büros mit Kopierer oder Laser-Drucker arbeiten, litten bei den Untersuchungen öfter an Beschwerden wie Bindehautreizungen, Atemwegsbeschwerden oder Reizungen der Rachenschleimhaut als eine Vergleichsgruppe. Ein Zusammenhang zu den Emissionen der Büro-Maschinen ließ sich aber nicht feststellen. Die Gießener Mediziner maßen neben Temperatur und Luftfeuchte auch die Konzentrationen flüchtiger organischer Verbindungen und Einzelstoffe in der Luft und die Schimmelpilzkonzentration. Außerdem erhoben sie allergische und entzündliche Parameter bei den Probanden. Es zeigten sich keine Auffälligkeiten.

Außergewöhnlich hoch war nur die Belastung mit Fein- und Ultrafeinstaub. "Ob der Anstieg dieser Stäube in den Büros gesundheitliche Auswirkungen haben könnte, lässt sich aus der Pilotstudie nicht abschließend beurteilen", sagt BfR-Präsident Prof. Dr. Andreas Hensel. Ausschließen können die Wissenschaftler dies nicht. Sie empfehlen deshalb, Laser-Drucker und Kopierer in separaten Räumen mit guter Luftzirkulation aufzustellen, wenn auf ihnen häufig gedruckt wird.

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