Wissenschaftler scheuen klare Aussage zur Gesundheitsgefährdung durch Toner

Studie: Drucker machen wahrscheinlich ein bisschen krank

11.01.2008, von

Laser-Drucker können ein paar Menschen tatsächlich ein bisschen krank machen, ein Hauptgrund für Bürokrankheiten sind sie aber nicht. Mit anderen Worten: Eine handfeste Aussage zur Bedrohung durch Toner liefert der lang erwartete Abschlussbericht einer Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) aus Berlin nicht. Der Streit dürfte weitergehen.

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Drucker unter Druck: Wie gefährlich sind sie wirklich?

Im Bayerischen gibt es ein Volkslied, in dem der Sänger verkündet: "Ich sag’ nicht so, und ich sag’ nicht so, nicht, dass irgendeiner sagen kann, ich sag’ so oder so." Die Wissenschaftler drücken es diffiziler aus: "Es war nicht Gegenstand der Untersuchung, durch die Ergebnisse zu einer abschließenden Risikobewertung der Exposition gegenüber Emissionen aus Laserdruckern und Fotokopierern zu kommen", stellen sie klar.

Eines steht dennoch fest: Die gewonnen Erkenntnisse geben "deutliche Hinweise" auf eine mögliche Beeinflussung der Innenraumluftqualität durch den Betrieb von Druckern und Kopierern. So steigt die Staub- und Feinstaubbelastung in einem Maß, das "als hygienisch, wenn nicht gar gesundheitlich bedenklich zu werten ist". Damit ist insbesondere der initiale Ausstoß beim Druckprozess gemeint, dessen Folgen für die Gesundheit der Büro-Angestellten "derzeit nicht abschätzbar" seien. Die Wissenschaftler können weder sagen, welche chemischen und physikalischen Partikeleigenschaften dabei eine Rolle spielen, noch welche Komponenten des Druckers diese Emissionen verursachen.

Fest steht auch: Empfindliche Menschen tragen zumindest "gesundheitliche Irritationen" davon. Instituts-Sprecherin Irene Lukassowitz betont: "Das sind keine Spinner". Die Symptome erinnern an das so genannte Sick-Building-Syndrom, das zu Schleimhautproblemen führen kann.

In der Studie sind 69 Büro-Mitarbeiter medizinisch untersucht worden, von denen 36 von sich aus über Toner-bezogene Schädigungen klagten. Nun sind die Wissenschaftler aber nicht sicher, ob das nicht am höheren Durchschnittsalter dieser Probanden gelegen haben könne.

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