CIOs über Web 2.0

Es darf nur nicht Facebook sein

11.02.2010, von Nicolas Zeitler

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Web 2.0 ist bei Lufthansa ein Selbstläufer. Das berichtete CIO Thomas Endres auf den IT-Strategietagen in Hamburg. Übergroße Angst vor Datenlecks müsse der IT-Chef dabei nicht haben, meinte Jürgen Burger vom Logistiker Hellmann. Markus Bentele von Rheinmetall sieht die neuen Technologien angesichts junger Mitarbeiter ohnehin als Muss an.

Markus Bentele, CIO der Rheinmetall AG.Vergrößern
Markus Bentele, CIO der Rheinmetall AG.

"Web 2.0 läuft nicht" hatte das CIO-Magazin unlängst getitelt. Der aus den Ergebnissen des IT Excellence Benchmark abgeleiteten Aussage hatte Markus Bentele, CIO der Rheinmetall AG sofort vehement widersprochen. Seinen Standpunkt verdeutlichte er jetzt auf den Hamburger IT-Strategietagen. "Web 2.0 läuft dann nicht, wenn man im Unternehmen Facebook einsetzt", so Bentele. Nutze man Web 2.0 hingegen mit unternehmerischen Ansätzen wie Tagging, könne das Projekt durchaus erfolgreich sein.

2002 war Rheinmetall zunächst mit einem Portal ins Thema Web 2.0 eingestiegen. Mittlerweile gibt es auf Basis von SAP Enterprise Portal eine Collaboration Plattform mit umfangreichen Funktionen. "Die Anwendungen sind hoch integriert in den Tagesprozess", berichtete Bentele. Zentral seien virtuelle Team-Räume, Plattformen fürs Dokumenten-Sharing und Yellow Pages – laut Bentele "das kleine Facebook, allerdings nicht zum Austausch von Urlaubsfotos, sondern unter dem Aspekt von Kontaktfunktionen, Instant Messaging und Web-Konferenzen".

Thomas Endres, CIO der Deutschen Lufthansa AG.Vergrößern
Thomas Endres, CIO der Deutschen Lufthansa AG.

Als Selbstläufer stellte Thomas Endres, CIO von Deutsche Lufthansa AG, Web 2.0 dar. Außer einem kleinen Artikel in der Mitarbeiterzeitschrift habe es nie Werbung für die neuartigen Anwendungen gegeben. "Das hat sich nur über Mundpropaganda verbreitet, und mittlerweile haben wir fast 20.000 User", berichtete er. Mitarbeitern vorzugeben, Web 2.0 anzuwenden, käme ihm nie in den Sinn, sagte Endres. "Es läuft von alleine, wenn es als nützlich erlebt wird."

Der Aufwand im Hintergrund sei teils beträchtlich, etwa wenn ein Identitäts-Management aufgebaut werden müsse. Doch sei dies einmal geschehen, könnten alle möglichen Web 2.0-Anwendungen darauf zugreifen. "Und der Nutzer merkt nichts von dem technischen Aufwand hinter dem Thema", so Endres.

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