Gerichtsverfahren

Unendlicher Streit um Toll-Collect-Milliarden

02.07.2010, von Johannes Klostermeier

Drucken |  Versand |  PDF

Seit nunmehr fünf Jahren läuft das Schiedsgerichtsverfahren zwischen Bund und den Konsortialpartner von Toll Collect. Es geht um rund sechs Milliarden Euro Schadensersatz und Vertragsstrafe inklusive Zinsen. Doch ein Ende ist nicht absehbar. Und alles ist streng geheim.

Bankenkrise, Finanzkrise, Währungskrise: Der Bund muss viele Milliarden Euro aufwenden, um die Märkte zu stabilisieren. Statt die Steuern zu senken, wie versprochen, werden neue Sparpakete geschnürt. Doch es gibt einen Bereich, wo seit Jahren über fünf Milliarden Euro plus Zinsen auf den Bund warten.

Eine der in den LKWs eingebauten On-Board-Units (OBU).Vergrößern
Eine der in den LKWs eingebauten On-Board-Units (OBU).

Wir erinnern uns: Am 31. August 2003 sollte das das Mautsystem in Betrieb gehen, doch technische Pannen, Lieferschwierigkeiten, Größenwahn und missglücktes Projektmanagement machten den Projektstart zur immer wieder verschobenen Lachnummer. Das "CIO Magazin" berichtete damals als erste Publikation über die zu erwartenden Schwierigkeiten und Probleme, über die am liebsten niemand sprechen wollte. Erst seit Anfang 2005 funktioniert das mit On Board Units, Satellit und Mobilfunk hochgerüstete System wirklich – wenn auch noch nicht ganz vollständig, was die On-Board-Units anging. Am 1. Januar 2006 wurde das Mauterhebungssystem dann mit allen Funktionen gemäß Betreibervertrag installiert und in Betrieb genommen. Toll Collect erhielt am 20. Dezember 2005 die vorläufige Betriebserlaubnis gemäß Betreibervertrag und betreibt das Mauterhebungssystem seitdem auf Basis der vorläufigen Betriebserlaubnis.

Die damalige rot-grüne Bundesregierung war wütend, der Bund will seitdem von den Konsortialpartnern von Toll Collect, Deutsche Telekom (45%) und Daimler Financial Services (45%) und Cofiroute (10%), 3,3 Milliarden entgangene Mauteinnahmen sowie Vertragsstrafen von 1,7 Milliarden Euro haben. Die Vertragsstrafen beruhen auf angeblichen Verletzungen des Betreibervertrags (fehlende Zustimmung zu Unterauftragnehmerverträgen, verspätete Bereitstellung der On-Board-Units und Kontrolleinrichtungen). Im Juni 2006 begann der Bund damit, seine monatlichen Vorauszahlungen der Vergütung an Toll Collect in Höhe mit den Forderungen aufzurechnen.

Seite: 1 | 2 | 3 | 4
weiter
Kommentieren: Kommentieren
Weitere Inhalte zu:
Toll Collect, LKW-Maut, Deutsche Telekom, Daimler, Bund
Informationsvorsprung sichern - CIO-Newsletter bestellen
CIO-Exklusiv
CIO Wirtschaftsmeldungen
CIO-Exklusiv Blackberry
Healthcare-IT Newsletter
CIO Security Newsletter
Dynamic IT Newsletter
Whitepaper Newsletter
IT-Berater Newsletter
Retail-IT Newsletter
Finance-IT Newsletter
CIO Karriere Newsletter
SAP Newsletter
Meine E-Mail-Adresse:
Abschicken
Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise Ihrer E-Mail-Adresse.
Public-ICT - IT-Strategien für öffentliche Verwaltungen

Der öffentliche Sektor ist die Branche mit den größten IT-Ausgaben. Weder Banken noch das verarbeitende Gewerbe investieren in Deutschland mehr in Informationstechnik und Telekommunikation. Ihre Anregungen und Vorschläge können Sie übrigens gern an mich schicken.

Public-ICT wird präsentiert von
FEATURED LINKS
»
»
»
 
Public-ICT-Redaktionsbeirat

» Horst Westerfeld, CIO Hessen
» Hans-Joachim Popp, CIO DLR
» Andreas Engel, CIO Stadt Köln
» Jürgen Häfner, CIO Rheinland-Pfalz
» Uwe Ufer, BM Stadt Hückeswagen