IT von Sachsen-Anhalt an Dataport

Streit um Outsourcing-Pläne

08.11.2012, von

Doch gegen die Idee des schnellen formiert sich Widerstand im Land: So fordert die Gewerkschaft Verdi "schnellstmöglich den Beschäftigten die notwendige Sicherheit über ihre Arbeitsplätze, Arbeitsorte, Entgelte und Tätigkeiten zu verschaffen". Angesichts von "erheblichen politischen Widerständen, insbesondere aus der Wirtschaft sowie fehlender Entscheidungen, welche Aufgaben mit welchen Beschäftigten auf Dataport übergehen", bestehe bei vielen Beschäftigten des LRZ eine "große Unsicherheit über die künftige Entwicklung", schreibt die Gewerkschaft.

Johann Bizer, Dataport-Vorstand Lösungen, will zukünftig auch die IT-Probleme Sachsen-Anhalts lösen.Vergrößern
Johann Bizer, Dataport-Vorstand Lösungen, will zukünftig auch die IT-Probleme Sachsen-Anhalts lösen.
Foto: Dataport

Die Fraktion "Die Linke" im Landtag von Sachsen-Anhalt monierte Anfang Oktober weiterhin: "Nach wie vor allerdings liegt keine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vor. Damit bleibt unklar, welche Bereiche Dataport übernehmen soll, auch wenn hier von einer Vollübernahme die Rede ist", so die haushaltspolitische Sprecherin der Fraktion, Angelika Klein. Auch die Aufgaben der geplanten Niederlassung von Dataport in Magdeburg seien noch völlig unklar.

Der geplante Beitritt zum 1. Januar 2013 zum Trägerverbund sei auch deswegen ein "wahrhaft ehrgeiziges Ziel", denn der entsprechende Staatsvertrag dürfte laut Klein erst 2013 im Landtag beschlossen werden.

Versprechungen an Beschäftigte sind wertlos

Bei E-Government-Computing moniert ein anonymer Online-Kommentator: "Es ist nur schade, dass den Beschäftigten in Halle erst große Versprechungen gemacht wurden. Dabei wurde das FRZ (Finanzrechenzentrum) mit dem LIZ (Landes Informationszentrum) zum neuen zentralen LRZ verschmolzen, der Hauptstandort Halle festgelegt, um es ein Jahr später an Dataport in den Norden zu verkaufen." Der Schreiber fürchtet, dass es zukünftig nur noch ein Rechenzentrum am Regierungssitz in Magdeburg geben könnte. Über die 100 Beschäftigten in Halle würde dabei nicht nachgedacht.

Auch die Industrie- und Handelskammer Magdeburg (IHK) äußerte sich skeptisch: Die IT-Unternehmen in Sachsen-Anhalt seien "sehr beunruhigt " über die Pläne des Landes, eine Kooperation mit dem norddeutschen IT-Dienstleister Dataport einzugehen, heißt es in erner Erklärung.

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