Stadt München

Linux-Streit: Microsoft veröffentlicht Studie

28.01.2013, von

Kritik an OpenOffice, Rollout und Kosten

  • Nach dem aktuellen Stand der Technik werden bzgl. der derzeit eingesetzten Open Source Plattform unter Linux und OpenOffice.org keine funktionalen Verbesserungen gegenüber einer Windows Plattform gesehen. Durch die Weiterentwicklungen der vergangenen Jahre hat sich die Microsoft Windows- und Office-Umgebung von der Linux-Plattform mit OpenOffice.org in vielen Bereichen technologisch immer weiter abgesetzt und bietet einen höheren Integrationsgrad in eine bestehende IT-Infrastruktur.

  • Eine große Herausforderung ist die Migration der kommunalen Fachanwendungen. In der Regel werden diese Anwendungen für die Microsoft Windows bzw. Office-Systeme entwickelt.

  • Die Stadt München will auf ODF als Standard-Datenformat setzen und lehnt die Standardisierung anderer Formate ab. Innerhalb von Deutschland ist ODF weit davon entfernt, Standard-Datenformat zu werden.

  • Wenn der Rollout der aktuell 12.000 Linux-Basisclients seit 7 Jahren läuft, dann sind das bei 222 Arbeitstagen pro Jahr rein rechnerisch knapp unter 8 Clients pro Tag. In gut aufgesetzten Migrationsprojekten unter Windows mit einer entsprechenden Softwareverteilungs-Infrastruktur sind erfahrungsgemäß Migrationszahlen von 50 bis 500 Clients pro Tag erreichbar.

  • Die vielen Produktwechsel im Verlauf des Projektes lassen Zweifel an der Planbarkeit und Zukunftssicherheit von Investitionen aufkommen.

    Vorstellung von Office 2013. HP hat andere Erfahrungen bei Migrationsprojekten zu Linux gemacht, als sie München veröffentlicht.Vergrößern
    Vorstellung von Office 2013. HP hat andere Erfahrungen bei Migrationsprojekten zu Linux gemacht, als sie München veröffentlicht.
    Foto: Microsoft

    Zu den Kosten heißt es in der Studie: "Die für die Stadt München prognostizierten rund 36 Millionen Euro 52 bzw. die aktuell genannten rund 23 Millionen Euro für die Einführung einer Linux- Umgebung stehen in einem schlechten Verhältnis zu der Summe in Höhe von fast 61 Millionen Euro basierend auf Projekterfahrungen von HP."

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Kommentieren: Kommentieren
Münchner_Kindl - 03.01.2014 16:10
Microsoft hätte gerne den Auftrag der Stadt München für die gesamte IT gehabt. Logisch, da geht es um sehr viel Geld. Microsoft ging aber leer aus, dafür wurde der Microsoft-Konkurrent Linux gewählt. Nun gibt Microsoft aber den schlehcten Verlierer und lässt irgendwelche Studien mit Fantasiezahlen erstellen, auf dass sie irgendwann doch noch zum Zug kommen oder zumindest andere Kommunen bei Microsoft bleiben. Solche Studien sind das Papier nicht wert auf dem sie geschrieben sind.
Herp - 04.07.2013 18:12
Wenn man mal das Benfordsche Gesetz auf die Zahlen zur Migration nach Windows (17.020.518 Euro) und nach Linux (60.638.986 Euro) anwendet, sieht man vielleicht etwas erstaunliches...
Zahlenspiele - 04.02.2013 13:46
Die Kostenvergleiche sind natürlich den Interessenlagen geschuldet und berücksichtigten Wirtschafts- und Businessstrategische Überlegungen kaum. Kommunale Fachverfahren sind nicht nur von Microsoft, sondern sogar von spezifischen Versionen, Laufzeitumgebungen, Schnittstellen abhängig. Die öffentliche Verwaltung hat bislang keinerlei Druck auf Hersteller und Betreiber ausgeübt, die teuren und unnötigen Abhängigkeiten zu reduzieren: Webtechnologien? Weitgehend Fehlanzeige. Offene Standards? Nirgends wirklich umgesetzt. Und dann gibts es . dem Förderalismus sei dank - separate Lösungen auf allen Ebenen: Bund, Land, Kommune. Letztlich verdienen die -kommunalen und landeseigenen- Rechenzentren damit ja auch ihr Geld. Das Limux Projekt hat hier eine Transparenz in die Problemlage gebracht, die so recht keiner hören will.
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