Stadt München

Linux-Streit: Microsoft veröffentlicht Studie

28.01.2013, von

Microsoft-Kosten versus Linux-Kosten

Genaueres führt die Zusammenfassung der Studie in zwei Tabellen auf. Der Autor der Studie kommt bei der Berechnung der Gesamtkosten einer umfassenden Migration nach Windows XP mit Office 2003 auf eine Höhe von 17.020.518 Euro. Die Gesamtkosten einer umfassenden Migration nach Ubuntu Linux mit OpenOffice.org beziffert die Studie auf 60.638.986 Euro (siehe Tabellen).

Kosten für die Migration nach Ubuntu Linux mit OpenOffice.org.Vergrößern
Kosten für die Migration nach Ubuntu Linux mit OpenOffice.org.

Allerdings: Für den Betrachtungszeitraum der Studie wurden die Lizenz- und Hardwarekosten gesondert berechnet. Damit seien "für den Betrachtungszeitraum nur die eigentlichen Arbeitskosten des Betriebs zu berücksichtigen."

Gesamtkosten einer umfassenden Migration nach Windows XP mit Office 2003.Vergrößern
Gesamtkosten einer umfassenden Migration nach Windows XP mit Office 2003.

Und es gibt weitere zahlreiche Einschränkungen zum Zahlenmaterial: "Dieses Dokument macht bei den personellen und den daraus zum Teil resultierenden monetären Aufwandsbetrachtungen nur grobe Schätzungen, weil oft kein geeignetes Zahlenmaterial der Stadt München vorliegt. Für die Betrachtung der Windows-Seite wurden bevorzugt Zahlen der Firma Microsoft, für die LiMux-Seite bevorzugt Zahlen der Stadt München herangezogen. Lücken wurden mit Annahmen, die sich zum Teil aus Projekterfahrungen der Firma HP ableiten lassen, geschlossen", heißt es einmal.

Gesamtkosten ohne Lizenzgebühren

Und an anderer Stelle: "Eine Darstellung der monetären Situation gestaltet sich äußerst schwierig, da keine belastbaren Zahlen von der Stadt München vorliegen." Und: "Die Kosten für die Hardware können nicht aufgeführt werden, da keine Inventarliste der Stadt München vorliegt, nach der der Hardwarebedarf bestimmt werden kann." Weiter: "Zur Bestimmung der Betriebskosten kann nur mit Orientierungswerten gearbeitet werden." Sowie: "Zur Bestimmung der Betriebskosten bei der Stadt München wäre ein leider derzeit nicht vorhandener tiefer Einblick in die Prozesse der Stadt München und den Umfang bzw. der Diversität der Arbeitsplätze erforderlich. Darum kann im Rahmen dieser Studie nur ein Orientierungswert erarbeitet werden."

Sicherlich werden wir bald wieder von der Stadt München beziehungsweise von Karl-Heinz Schneider, dem Chef des städtischen IT-Dienstleisters IT@M, hören.

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Zahlenspiele - 04.02.2013 13:46
Die Kostenvergleiche sind natürlich den Interessenlagen geschuldet und berücksichtigten Wirtschafts- und Businessstrategische Überlegungen kaum. Kommunale Fachverfahren sind nicht nur von Microsoft, sondern sogar von spezifischen Versionen, Laufzeitumgebungen, Schnittstellen abhängig. Die öffentliche Verwaltung hat bislang keinerlei Druck auf Hersteller und Betreiber ausgeübt, die teuren und unnötigen Abhängigkeiten zu reduzieren: Webtechnologien? Weitgehend Fehlanzeige. Offene Standards? Nirgends wirklich umgesetzt. Und dann gibts es . dem Förderalismus sei dank - separate Lösungen auf allen Ebenen: Bund, Land, Kommune. Letztlich verdienen die -kommunalen und landeseigenen- Rechenzentren damit ja auch ihr Geld. Das Limux Projekt hat hier eine Transparenz in die Problemlage gebracht, die so recht keiner hören will.
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