Public IT


Forschungsbericht

Die Social-Media-Erfahrungen der Stadt Ulm

Johannes Klostermeier ist freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media.
Die Zeppelin Universität Friedrichshafen hat die Web 2.0-Aktivitäten der Stadt Ulm unter die Lupe genommen. Mit Externen geht schon viel, intern hapert es noch.

Von Februar bis Dezember 2013 hat das Deutsche Telekom Institute for Connected Cities (TICC) der Zeppelin Universität Friedrichshafen alle Social-Media-Aktivitäten der Stadt Ulm mit mit Facebook, Twitter und Co. ("ulm 2.0") genauer untersucht. Jetzt wurde der als Begleitforschung angelegte Bericht der Zeppelin Universität im Ulmer Rathaus vorgestellt.

Die Stadt Ulm will nach eigener Aussage innovativ und bürgerfreundlich sein und bietet seinen Bürgern deshalb immer mehr Zugänge zur Verwaltung an. Das vom Ersten Bürgermeister Gunter Czisch initiierte Projekt "ulm 2.0" hatte zum Ziel, den Einsatz neuer Technologien und neuer MedienMedien in der Stadtverwaltung und der Stadtpolitik voran zu treiben. Top-Firmen der Branche Medien

Youtube, Twitter, Facebook, Flickr und Instagram sind Alltag

In den meisten Abteilungen der Stadt Ulm gehören bekannte Dienste wie FacebookFacebook, Youtube, TwitterTwitter, Flickr und Instagram schon zum Arbeitsalltag. Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Twitter auf CIO.de

Bei der Übergabe des Gutachtens an die Stadt Ulm (v.l.): Ute Besch, Susanne Knäuer, Christian Geiger, 1. Bürgermeister Gunter Czisch, Celina Raffl (Zeppelin Universität), Professor Jörn von Lucke, Ingo Bergmann.
Bei der Übergabe des Gutachtens an die Stadt Ulm (v.l.): Ute Besch, Susanne Knäuer, Christian Geiger, 1. Bürgermeister Gunter Czisch, Celina Raffl (Zeppelin Universität), Professor Jörn von Lucke, Ingo Bergmann.
Foto: Stadt Ulm

Der wissenschaftliche Bericht der Zeppelin Universität unter der Leitung von Professor Jörn von Lucke gibt einen Überblick über die bestehenden Angebote der Stadt und zeigt den Verantwortlichen die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie man noch mehr aus den bestehenden Aktivitäten herausholen kann oder wie sich zusätzliche Web 2.0-Aktivitäten kurz-, mittel- oder langfristig realisieren lassen.

Erfasst wurden in der Abschlussuntersuchung alle bereits abgeschlossenen sowie die laufenden und zukünftigen Social Media- und Web 2.0-Aktivitäten der verschiedenen Fachabteilungen der Stadt Ulm.

Zusammenarbeit mit Externen läuft gut

Die Wissenschaftler der Zeppelin Universität führten auch eine Online- und eine persönliche Befragung der Führungskräfte und IT-Fachkräfte der Stadtverwaltung durch. Dabei ging es um die Frage, welche Web 2.0-Dienste sie bereits wie eingesetzt haben und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben.

Insgesamt zeigte sich, so die Forscher, dass Social Media-Angebote vor allem in Bezug auf die Zusammenarbeit mit externen Freiwilligen, ehrenamtlich Arbeitenden und Bürgern als Mehrwert wahrgenommen wurden. Einige Abteilungen, besonders die Kultureinrichtungen der Stadt, hätten das Web 2.0 bereits früh und innovativ eingesetzt.

Verwaltungsinterne Kommunikation noch ausbaufähig

Noch mehr Möglichkeiten sieht die Zeppelin Universität im Bereich der verwaltungsinternen Kommunikation und Kooperation. Hierzu werden Web 2.0-Dienste und Soziale Medien bislang kaum verwendet. Wie wichtig bestimmte Daten und Informationen für die Bürger sind, müsste auch innerhalb der Verwaltung noch stärker kommuniziert werden, so die Wissenschaftler weiter. Ein Wunsch der Befragten sind zudem klare Richtlinien für die Nutzung und den Umgang mit Web 2.0-Diensten und sozialen Medien.

Mehr Transparenz und eine Weiterverwertung offener Daten

"Die Stadt Ulm hat das Potential von Web 2.0 früh erkannt, gefordert und gefördert. Mit ihrem Innovationsprojekt 'ulm 2.0' zählt die Stadt Ulm inzwischen bei der Internet- und Social Media-Verwendung zu den führenden Städten in Baden-Württemberg und in Deutschland", sagte Professor von Lucke.

Nun komme es darauf an, sich mit weiteren Vorhaben durch mehr Transparenz, eine Weiterverwertung offener Daten, intensivere Formen der Bürgerbeteiligung und neuartige Ansätze zur Zusammenarbeit nicht nur zu profilieren, sondern den Bürgern mit diesen Ansätzen auch mehr Lebensqualität, Standortqualität und stärkere Mitwirkung zu eröffnen, sagte von Lucke.

Die Ergebnisse des Abschlussberichtes zur Begleitforschung der Zeppelin Universität stehen nicht nur der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat zur Verfügung. Das Gutachten steht auch auf der Seite der Zeppelin Universität und der Stadt Ulm bereit.

Zur Startseite