Recruiting

Accenture: Fehler der Firmen

4 Ratschläge gegen Fachkräftemangel

31.05.2012, von

Arbeitgeber sparen an Mitarbeiterweiterbildung und jammern zugleich über zu wenig qualifiziertes Personal. Was Unternehmen gegen Fachkräftemangel tun können.

In den vergangenen zwölf Monaten haben 86 Prozent der Arbeitgeber in Europa ihre Ausgaben für Weiterqualifizierung und Training ihrer Mitarbeiter gekürzt oder eingefroren, lautet eines der zentralen Ergebnisse einer Accenture-Studie. Viele Unternehmen geben weniger aus und beschweren sich gleichzeitig darüber, dass sie ihre freien Stellen nicht mit qualifizierten Mitarbeitern besetzen können.

Unternehmen sollten gezielt Auslandsaufenthalte von Mitarbeitern fördern, um so einen internationalen Talent-Pool aufzubauen.Vergrößern
Unternehmen sollten gezielt Auslandsaufenthalte von Mitarbeitern fördern, um so einen internationalen Talent-Pool aufzubauen.
Foto: Yuri Arcurs - Fotolia.com

43 Prozent der 500 befragten Entscheider aus europäischen Unternehmen räumen einen moderaten Mangel an Qualifikationen im Unternehmen ein. 13 Prozent bezeichnen den Mangel als akut. Sie klagen zum Beispiel über fehlende internationale Business-Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter, einen Mangel an Analytik-Wissen, fehlendes Know-how bei handwerklicher Arbeit und über nicht vorhandene digitale Medienkompetenz. 72 Prozent der befragten Entscheider sind der Meinung, dass Unternehmen mehr Geld in die Qualifizierung und das Training ihrer Mitarbeiter investieren sollten. Doch die Realität sieht anders aus: Tatsächlich wollen in den kommenden zwölf Monaten nur 18 Prozent ihre Ausgaben in diesem Bereich erhöhen.

Drei große Herausforderungen

Die Accenture-Analysten sehen auf dem europäischen Markt drei große Herausforderungen:

1. Vergeudetes Talent: 67 Prozent der von Accenture befragten Entscheider sind der Meinung, dass Arbeitgeber die Fähigkeiten älterer Mitarbeiter unterschätzen. Auch bei den 25 Millionen Menschen, die in Europa als arbeitslos gelten und weiteren 15 Millionen, die arbeiten möchten, verschenken Arbeitgeber Potenzial. Häufig werden ganz unterschiedliche Personen wie Ältere, Arbeitslose, Mütter und Jugendliche als eine große homogene Einheit behandelt, wobei niemand auf die Eigenheiten dieser Gruppen Rücksicht nimmt.

2. Kaum internationale Bemühungen: Die Fähigkeiten der Mitarbeiter im Land des Unternehmensstandortes schöpfen nach eigenen Angaben 47 Prozent der befragten Firmen aus. Das klingt zwar auf den ersten Blick nach viel, bedeutet aber auch, dass viele Unternehmen selbst im eigenen Land noch nicht wirkungsvoll daran arbeiten, die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter gezielt zu nutzen. Die Zahl schrumpft, wenn man über die Landesgrenzen hinaussieht. Für den gesamten europäischen Markt können nur noch 28 Prozent der Arbeitgeber von sich behaupten, dass sie das Potenzial ihrer Mitarbeiter ausschöpfen.

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ODJeen - 02.07.2012 22:37
Wie langweilig. Das alles haben wir doch alles schon gehabt. Nur wurde es zu keiner Zeit zuende gedacht. Ich habe noch nie einen Manager im CallCenter arbeiten sehen. Zu keiner Zeit kann ich mich erinnern einen Vorstandchef gesehen zu haben, der mit den Sparmaßnahmen leben muss, die er selber hat installieren lassen. Rotieren sollen immer nur die anderen. Stattdessen werden Mitarbeiter von pseudo Fachbegriffen erschlagen. Unternehmensberatungsfirmen tauschen ihre Powerpoints aus und verkaufen die gleiche Idee bei der nächsten Firma unter dem gleichen Namen. Unsere Führungskräfte müssen sich zunehmend "beraten" lassen. Kaum einer hat den Scheid selber zu entscheiden und sich mit seinem Unternehmen zu beschäftigen. So schlagen die Berater "Trendschneisen" durch unsere Führunsriegen. Die Berater sind mit viel Geld schnell wieder weg. Die Manager sind unschuldig, weil man hat ja nur auf die Berater gehört.. und die Mitarbeiter können den Mist ausbaden...
ODJeen - 02.07.2012 22:26
Der Fachkräftemangel ist keine Naturkatastrophe. Die Gründe liegen bei den Arbeitgebern selber. So haben sich viele Betriebe und Konzerne aus der Ausbildungsverantwortung zurückgezogen. Begründet wurde diese Kapitulation mit Sparzwängen. Halbherzig versuchte unsere Politik gegen zu steuern. Fachkräfte die damals hätten kommen wollen, konnten nicht wegen riesigen verwaltungstechnischer Hürden. Die Konzerne haben die Strategie der Ausbildungsverweigerung gleichermaßen weiter verfolgt. Inzwischen werden gesuchte Fachkräfte aus Kostengründen in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Es soll Firmen geben, wo man Projekte nicht mehr abschließen kann, weil Fachpersonal nicht mehr existiert. Ruheständler dürfen auch als selbstständige nicht unterstützen, weil die Rentenansprüche gefährdet werden. Wie immer ist der Grund vielfältig. Solange Manager nicht an lanfristigen Zielen gemessen werden, wird sich daran nichts ändern.
Detmar - 31.05.2012 16:17
Aha, das kann Accenturer ja zu allererst mal im eigenen Unternehmen umsetzen :-)
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