Gerry Weber rollt RFID aus

Ab 2010 ein RFID-Chip in jedem Kleidungsstück

Autor(en): Hartmut Wiehr

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Es wurde viel gesprochen, doch konkrete RFID-Projekte waren in den letzten Jahren ausgesprochen selten. Nun will das Modehaus Gerry Weber mit der RFID-Einführung auf internationalem Niveau beginnen. Verbessert werden sollen vor allem die Logistik und der Diebstahlschutz.

Mit RFID-Etiketten verspricht sich Gerry Weber eine verbesserte Warenlogistik und mehr Schutz gegen Diebstahl.Vergrößern
Mit RFID-Etiketten verspricht sich Gerry Weber eine verbesserte Warenlogistik und mehr Schutz gegen Diebstahl.
Laut dem Handelshaus wurden die textilen Pflegeetiketten mit integrierter Warensicherung und elektronischem Produktcode für die unterschiedlichen Kleidungsstücke durch das Unternehmen Avery Dennison für die speziellen Anforderungen der Bekleidungsbranche entwickelt. Im Jahr 2010 sollen dann die über 150 Filialen des Bekleidungshauses im In- und Ausland mit der neuen Warensicherungstechnik ausgerüstet werden.

Bereits im April 2009 hatte die Gerry Weber International AG mit einer Erprobung der RFID-Technologie begonnen. Die Testphase startete in den Filialen Bielefeld, Münster und Düsseldorf Arcaden. Ziel war es, den Kunden eine verbesserte Warenverfügbarkeit und mehr Zeit zur individuellen Beratung anzubieten, wie es offiziell heißt. Mit dem Innovationsprojekt versprach man sich aber vor allem eine Beschleunigung in der Logistikkette und Einsparungen auf der Kostenseite sowie einen größeren Schutz vor Diebstählen.

Laut Gerry Weber ging es in der Erprobungsphase darum, die Potenziale der Technologie im Echtbetrieb zu testen. Im Vordergrund des RFID-Projekts stand hier in erster Linie die Unterstützung der logistischen Prozesse: Neben der beschleunigten und präzisen Warenanlieferung ging es dem Unternehmen um die Durchführung von Zwischeninventuren sowie die Kontrolle des Warenausgangs in den Logistikstandorten.

Für RFID entschied man sich wegen der Möglichkeiten, Objekte eindeutig ohne Sicht- oder Berührungskontakt zu erfassen. Herzstück der Testphase war ein Sicherungsetikett mit einem Computerchip, auf dem eine Ziffernfolge gespeichert ist (Elektronischer Produktcode, EPC), und Antennen, die am Ladenausgang installiert sind und bei Nichtbezahlung einen Alarm auslösen. Inwieweit dieses Verfahren tatsächlich wirksamer ist als die bisher eingesetzten, muss sich wohl erst noch im Alltagsbetrieb herausstellen.

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